Revue de presse / Presserevue

In eigener Sache

Es ist uns zugetragen worden, dass ein nicht genanntes Presseorgan sich darüber beschwert hat, dass wir Beiträge zur Tram an dieser Stelle veröffentlichen.

Wir werden uns darum bemühen, die Situation zu klären.

Claude Oswald

 

Was beim Tramausbau wirklich fehlt

Die Straßenbahn ist ein Erfolgsmodell, doch beim Ausbau werden die Bürger wenig eingebunden. Dabei sind sie die wichtigsten Nutznießer. 

Irina Figut, Redakteurin

wort.lu, 25.04.2024

Luxemburg hat sein Herz für die Tram geöffnet. Nach einem zähen Start 2017, als die Straßenbahn nur wenige Haltestellen von der Luxexpo bis zur Rout Bréck anfuhr, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten öffentlichen Verkehrsmittel entwickelt. Aus dem Stadtbild ist sie nicht mehr wegzudenken.

Und nicht nur dort: Die Tram hat sich in der jüngsten Diskussion um den weiteren Ausbau nach Süden einen festen Platz in den Köpfen der Menschen erobert. Im politisch gefärbten Diskurs der vergangenen Tage überrascht nur das eine: Wo bleibt der Bürger? Welche Rolle will der Staat ihm bei der Mitgestaltung des Erfolgsmodells Tram einräumen?  

Bislang sind die Anzeichen für eine stärkere Einbindung von Einwohnern allerdings gering. Unverständlich, denn schließlich sind die Bürger die wichtigsten Nutznießer der Tram. Ihre Interessen sollten größere Infrastrukturprojekte vorrangig berücksichtigen.

Was die Tram für die Bevölkerung bedeutet, lässt sich anhand von wenigen Passagierzahlen ablesen: Zurzeit transportiert sie täglich 100.000 Passagiere – vor sechs Jahren waren es noch 30.000. Der Staat will mit den geplanten Verlängerungen in den Süden und nach Westen diese Zahl auf 200.000 Fahrgäste erhöhen. Der Netzausbau und die Einführung einer Schnelltram machen einen stärkeren Bürgerdialog erforderlich.  

Positive Beispiele für eine richtungsweisende Bürgerbeteiligung gibt es in europäischen Ländern mit Straßenbahnanschluss genug. Die frühe Kommunikation und Einbindung der Betroffenen ist dort zu einem Handlungsfeld von Verkehrsprojekten geworden. Zum Einsatz kommen Online-Umfragen, Bürgerdialoge und -foren oder eigens dafür geschaffene Arbeitsgruppen, denen nicht nur Verkehrsexperten und zuständige Politiker, sondern auch Einwohner aus den betroffenen Stadtteilen und Wohnvierteln angehören.

Gemeinden beklagen Informationsmangel

Diese Stimmen könnten auch die betroffenen Kommunen im Süden des Landes gebrauchen. Deren Stellungnahmen offenbaren, dass die Planung der neuen Süd-Achse vom Staat bislang nicht wirklich im Detail durchdacht ist. Die Gemeinden beklagen einen Mangel an grundlegenden Informationen.

Auch wenn das Mobilitätsministerium sie mit einem etwas längeren, bis 2035 reichenden Zeitplan vertröstet, sollten die Auswirkungen des Projektes auf die Lebensqualität der Einwohner möglichst frühzeitig zum Gesprächsthema werden. Das drohende Verschwinden von Gastronomiebetrieben auf der geplanten Strecke oder der mögliche Wegfall einer Autobahnausfahrt dürfen nicht einfach vom Tisch gewischt werden.

Vielleicht könnte ebenfalls eine stärkere Vox populi bei den etwas stiefmütterlich behandelten Diskussionen um den Sinn einer zweiten Tram-Trasse durch die Avenue de la Porte-Neuve für mehr Klarheit sorgen. Schließlich ist die Rolle der Bürger in diesem Abschnitt des öffentlichen Verkehrsraums nicht die von Statisten.  

 

100 km/h: Idee verworfen

Schnelle Tram: Das sagen vier Südgemeinden zum Projekt

Das „Luxemburger Wort“ hat sich mit den Bürgermeistern aus Leudelingen, Monnerich, Esch/Alzette und Sassenheim über die schnelle Tram unterhalten.

Mike Stebens, Luc Ewen

„Nein, die Tram wird nicht mit 100 km/h fahren, das ist endgültig vom Tisch“, sagt der Bürgermeister von Leudelingen, Lou Linster (DP), im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“. Die Idee einer von Außen gleich aussehenden Tram mit einem „stärkeren Motor“ habe es eine Zeit lang gegeben, sei aber verworfen worden. Die schnelle Tram werde zwar länger als die städtische Tram, werde aber nicht schneller fahren.

Im September vergangenen Jahres hatte der Direktor von Luxtram, André Von der Marck, auf einer Pressekonferenz gesagt, Spitzengeschwindigkeiten von 85 bis 100 Kilometern pro Stunde seien erwartbar. Auf eine genaue Geschwindigkeit legte sich damals niemand fest. In einer Pressemitteilung vom Freitag vergangener Woche steht derselbe Text, wie bereits im September 2023: Die Tram könne zwischen Leudelingen und Foetz mit mehr als 70 Kilometern pro Stunde fahren.

Zeitplan bestätigt

Der ehemalige Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) sagte auf der damaligen Pressekonferenz zu den Tramzügen: „Es ist das gleiche Material, aber die Bremsen sind besser.“ Wichtig sei vor allem, dass zwischen Leudelingen und Foetz keine Haltestellen seien: „Eine Haltestelle kostet viel Fahrzeit.“

Von der Marck hatte erklärt, die neuen Züge sollen doppelt so viele Sitzplätze aufweisen und länger sein, um mehr Passagiere zu transportieren. Der Sitzkomfort solle gegebenenfalls verbessert werden, da die Menschen durchschnittlich mehr Zeit in der schnellen Tram verbringen werden.

Auf eine Anfrage, ob die Tram nicht mehr wie einst geplant bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichen soll und ob es sich dabei um andere Tramzüge handelt, antwortete das Mobilitätsministerium dem „Luxemburger Wort“ bis Redaktionsschluss nicht.

Am Freitag vergangener Woche gab es nun ein zweites Treffen zwischen den betroffenen Südgemeinden und Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP). Der im vergangenen Jahr angekündigte Zeitplan wurde den Gemeindeverantwortlichen bestätigt. 2028 fährt die Tram von Cloche d‘Or nach Leudelingen, 2030 nach Foetz, 2032 nach Metzeschmelz in Esch/Alzette und 2035 nach Belval und Beles.

Das „Luxemburger Wort“ hat sich bei vier betroffenen Bürgermeistern umgehört. Der Schifflinger Bürgermeister Paul Weimerskirch (CSV) war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Leudelingen: Es bleibt bei einer Haltestelle

Aus Leudelinger Sicht wurde am Freitag „viel über die nächsten Schritte gesprochen“, sagt Lou Linster. 2026 solle die Baustelle am Autobahnkreuz Leudelingen Nord der A4, in der Nähe vom „Fachmaart Steinhäuser“ beginnen und 2027 abgeschlossen werden. Anschließend sei es am Autobahnkreuz Leudelingen Süd, das außerhalb von Leudelingen liegt, in Richtung Steinbrücken.

„Uns wurde versprochen, dass die N4 zurückgebaut wird“, erinnert sich Linster. Das sei aber nicht vorgesehen. Trotzdem gibt es Grund zur Freude: „Wir sind natürlich die großen Gewinner, weil das Autobahnkreuz Leudelingen Süd nur noch über einen Umweg für den Autoverkehr erreichbar sein wird.“ Die N4 als Umgehung zur A4 zu nutzen, werde dadurch viel unattraktiver.

Linster sagt, es sei auch noch unklar, wo der Busbahnhof hinkommen solle, der es den Passagieren der Tram ermöglichen soll, nach dem Ausstieg nach Leudelingen zu gelangen.

Auf eine parlamentarische Frage des Abgeordneten Meris Sehovic (Déi Gréng) antwortete Yuriko Backes am vergangenen Donnerstag: „Das Gesetzesprojekt für die Strecke von Cloche d‘Or nach Leudelingen würde ich gern im kommenden Jahr in die Prozedur überleiten. Nach der Annahme des Gesetzes könnte dann auch mit dem Einkauf der benötigten Grundstücke begonnen werden.“

Sorgt sich Lou Linster darum, dass es dabei zu Verspätungen kommen könnte? „Diese Diskussion gibt es immer in Luxemburg. Ich denke, das muss so schnell wie möglich angegangen werden.“ Er hoffe, dass alles glattgeht und „das Projekt nicht um Jahre zurückgeworfen wird“.

Was hingegen feststeht: Ende 2028 soll die Haltestelle Leudelingen in Betrieb gehen. Was sagt Linster zu dem Vorstoß der Gemeinde Monnerich, die sich für eine weitere Haltestelle in Steinbrücken einsetzt? „Aus unserer Sicht sind wir ganz zufrieden mit dem Projekt“, das Thema einer zusätzlichen Haltestelle nahe dem Leudelinger Dorfkern ist ausdiskutiert, Linster wird sich nicht dafür aussprechen, denn: „Wenn wir damit anfangen, dann brauchen wir keine Tram.“ Die Linie würde dadurch langsamer und weniger attraktiv.

Monnerich: Haltestelle Steinbrücken könnte Realität werden

Dass die Haltestelle in Steinbrücken einer der Gesprächspunkte sein würde, war bereits vor der Versammlung im Mobilitätsministerium klar. Die Pressestelle des Ministeriums hatte mitgeteilt: „Wenn sich zeigen sollte, dass eine hohe Anfrage für eine zusätzliche Haltestelle in Steinbrücken besteht, dann wird man darüber nachdenken müssen.“

Bürgermeister Jeannot Fürpass (CSV) berichtet von einem „ganz respektvollen und konstruktiven Treffen“. Er freut sich, dass die Stellungnahme des Monnericher Gemeinderats, „in den Ministerien angekommen ist.“ Es werde eine ergänzende Studie ausgeführt, was er „wirklich zu schätzen wisse“. Die Gemeinde habe für Mai eine weitere Versammlung mit den Verantwortlichen des Ministeriums geplant.

In Foetz gebe es noch einige Fragen, „die das Ministerium heute noch nicht beantworten kann“, erklärt Fürpass. Laut der Stellungnahme der Gemeinde soll die Autobahnausfahrt gemeinsam mit der gegenüberliegenden McDonald’s-Filiale verschwinden.

Esch/Alzette: Vorbereitungen laufen bereits

Der Escher Bürgermeister Christian Weis (CSV) freut sich auf die Tram, egal ob es eine Haltestelle in Monnerich geben wird und die Tram damit etwas weniger schnell wird oder nicht. „Wir bereiten uns weiter auf die Tram vor“, sagt Weis. Als Beispiel nennt er die Straßenbauarbeiten beim neuen Cactus-Hypermarkt in Lallingen, wo schon jetzt alle Infrastrukturen so gelegt werden, dass später problemlos Tramschienen verlegt werden können. 

Zum Wunsch des Monnericher Bürgermeisters, eine zusätzliche Haltestelle in Steinbrücken einzuplanen, sei die Lage hier schon etwas „speziell“. „Zwar liegt das Gelände direkt an der Autobahn, auf dem die Haltestelle gebaut würde, auf Monnericher Gemeindegebiet, aber die Großbaustelle (GridX, Anm. der Red.), die angebunden werden soll, liegt in der Gemeinde Reckingen/Mess“, gibt Weis zu bedenken. Der Escher Schöffenrat habe sich zwar bislang nicht zum Antrag aus Monnerich positioniert, aber: „Für uns ist die Tram auf jeden Fall wichtig, so oder so.“

Die Frage, ob die Linienführung vorbei am Escher Zentrum nicht der Todesstoß für die Einkaufsmeile Alzettestraße sein könnte, verneint Weis. „Ich verspreche mir viel von der Entwicklung der Metzeschmelz und der Rout Lëns.“ Der Bürgermeister ist überzeugt davon, dass der Alzettestraße als direkte Verbindungslinie für sanfte Mobilität zwischen diesen beiden Entwicklungsprojekten künftig eine wichtige Rolle zukommt. „Wer schnell von Esch nach Foetz oder Belval will, kann das auch heute schon tun und braucht dafür nicht die Tram“, sagt Christian Weis und verweist auf das Busnetz der Tice und das Schienennetz der CFL. Von einem Todesstoß könne also keine Rede sein.

Sassenheim: Bis 2035 ist es noch eine lange Zeit

Von ihrer Endstation nahe dem Rathaus von Sassenheim in Beles ist die schnelle Tram noch weit entfernt. Erst 2035 soll sie das Rathaus ansteuern, wo Reisende, die nach Differdingen oder Petingen pendeln, das Verkehrsmittel wechseln können. Deswegen laufen in ihrer Gemeinde auch noch keine Bauarbeiten, sagt Bürgermeisterin Simone Asselborn-Bintz (LSAP). In der Versammlung vom Freitag sei über die Tram in Sassenheim „eigentlich noch nicht gesprochen worden“. Nur das Datum 2035 stehe bislang fest.

Wohin die Haltestellen auf Sassenheimer Gebiet genau kommen, ist offenbar bislang nicht bekannt: „Ich denke, dass das noch nicht zu 100 Prozent klar ist.“ In einer Grafik, die das Ministerium im vergangenen September präsentierte, sind drei Haltestellen zu erkennen.

Die Anzahl der Haltestellen wurde bereits zu diesem Zeitpunkt mit 13 angegeben. Auf LW-Nachfrage konnte Luxtram-Direktor André Von der Marck damals allerdings noch keine Zahl nennen und sprach von zwölf bis 15 Haltestellen. In der Pressemitteilung vom vergangenen Freitag steht wieder die Zahl 13.

Das Mobilitätsministerium gab dem „Luxemburger Wort“ bis Redaktionsschluss keine Antwort auf die Frage, ob eigentlich schon bekannt sei, wo genau sich die Haltestellen der schnellen Tram einmal befinden sollen.

Die Tram soll durch den Park „Um Belval“ fahren, hier blieben „sicherheitstechnisch“ laut Asselborn-Bintz noch Fragen offen. Die Gemeinde tausche sich mit den Verantwortlichen des Ministeriums über solche Details aus. „Wir freuen uns auf die Tram. Das ist ein Mehrwert für die Menschen, die in Belval wohnen und in der Hauptstadt arbeiten“, sagt die Bürgermeisterin. Aber bis dahin ist es noch eine lange Zeit. „Ich hoffe, dass ich das noch erlebe“, schließt Simone Asselborn-Bintz.

wort.lu, 25.04.2024 

An dieser Stelle finden Sie einen Beitrag im "Stadtverkehr", der Fachzeitschrift für den öffentlichen Personen-Nahverkehr auf Schiene und Straße, von unserem Vorstandsmitglied René Birgen.

 

„2028 soll die Tram zwischen Laangfur und Hollerich fahren“

Der aktuelle Generaldirektor André Von der Marck und sein Nachfolger Helge Dorstewitz sprechen über den Ausbau der Tram. Auch die Neipuertsgaass wird thematisiert.

Foto

Frank Weyrich, freier Journalist

Am 1. Februar dieses Jahres hat das Parlament die Finanzierungsgesetze verabschiedet, die es ermöglichen, zwei Erweiterungen des Straßenbahnnetzes der Hauptstadt in Angriff zu nehmen. Zum einen handelt es sich um die Strecke vom Hauptbahnhof durch das künftige Stadtviertel „Nei Hollerich“ bis zur Route d’Esch, die zu einem späteren Zeitpunkt in Richtung Merl verlängert werden soll. Zum anderen handelt es sich um die Verlängerung ab der Haltestelle Rout Bréck über den Boulevard Konrad Adenauer in das zukünftige Wohnviertel Laangfur in Kirchberg.

In einer weiteren Ausbaustufe soll die Linie dann über das Neubaugebiet Kuebebierg bis zur Luxexpo weitergeführt werden. Um zu erfahren, wie es in der Praxis weitergeht, sprachen wir mit André Von der Marck, seit März 2014 Generaldirektor von Luxtram, und seinem Nachfolger, Helge Dorstewitz, der ab Juli dieses Jahres den Posten übernehmen wird.

André Von der Marck, Sie haben jetzt sozusagen das Geld in der Tasche, was machen Sie nun damit?

André Von der Marck: Die jetzt bewilligten 135 Millionen Euro dienen der Realisierung von zwei sehr wichtigen Linien, die im Zusammenhang mit der Entwicklung von zwei neuen Stadtvierteln zu sehen sind. Die Straßenbahn wird dort zum Rückgrat, um das herum sich die neuen Wohnquartiere entwickeln. Das ist umso bemerkenswerter, da es hier zum ersten Mal darum geht, dass die Straßenbahn der Stadtentwicklung nicht hinterherhinkt, sondern sozusagen als Wachstumsträger fungiert.

Die beiden genehmigten Trassen sind jedoch sehr kurz und führen zudem durch Gebiete ohne größere Aktivitäten. Die geplanten Wohngebiete sowohl in Hollerich als auch in Kirchberg werden noch einige Jahre auf sich warten lassen. Welchen Mehrwert haben die neuen Linien?

Helge Dorstewitz: Das ist nicht der Fall. Wir bauen sowohl in Hollerich als auch in Kirchberg in Abstimmung mit den jeweiligen Bauträgern. In vier Jahren, wenn die Straßenbahn in Betrieb geht, wird auch dort ein Teil der Bebauung abgeschlossen sein. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass sich entlang des Boulevard Adenauer bereits zahlreiche europäische Institutionen befinden, beziehungsweise weitere im Bau sind.

AVdM: Auch ohne Bebauung verbindet die Strecke nach Hollerich den Hauptbahnhof mit der Route d‘Esch, wo sich ein Umsteigepunkt befinden wird. Gleichzeitig mit der Straßenbahn werden die Buslinien neu organisiert. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch der Bahnhof Hollerich umgestaltet.

Wie wird der Betrieb im Alltag aussehen? Fahren die Straßenbahnen nur auf den neuen Strecken oder auch auf dem bestehenden Netz?

AVdM: Nein, die neuen Abschnitte werden in die bestehende Strecke integriert. Es entsteht eine gemeinsame Trasse, auf dem die bestehende und die neue Strecke verlaufen. Man kann sich das wie ein doppeltes „Y“ vorstellen, mit dem Hauptstrang in der Mitte und den beiden Zweigen an den Enden.

Es wird also eine neue Linie geben, Laangfur-Hollerich?

AVdM: So sieht es aus. Der Takt auf den Endabschnitten wird so angepasst, dass auf der Hauptstrecke, wo die höchste Nachfrage besteht, auch die höchste Frequenz erreicht wird.

Womit wir unweigerlich bei der ominösen Frage der Neipuertsgaass wären. Mal sagt die Politik, sie müsse unbedingt sein, dann wieder, sie sei überhaupt nicht machbar. Braucht man die Neipuertsgaass nicht?

AVdM (nach langem Zögern): Zu dieser Frage möchte ich mich hier und jetzt nicht äußern. Noch in diesem Monat wird es eine gemeinsame Pressekonferenz mit allen Beteiligten geben, bei der auch diese Frage beantwortet wird.

Ohne Neipuertsgaass funktioniert eine Strecke zum CHL nicht, da sie über keinen Anschluss an das bestehende Netz verfügt. Es wird also noch so bald keine Strecke zum CHL geben?

AVdM: Ich bitte Sie, die erwähnte Pressekonferenz abzuwarten. Dann wird es auch dazu eine Antwort geben. Ich halte jedenfalls fest, dass bisher niemand den nationalen Mobilitätsplan 2035 infrage gestellt hat. In welcher Reihenfolge die einzelnen Projekte bis dahin umgesetzt werden, ist eine andere Frage. Heute fahren jeden Tag 100.000 Menschen mit der Straßenbahn. Das Ziel ist, dass es in zehn Jahren 220.000 sind, und an diesem Ziel arbeiten wir. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die politischen Entscheidungen zu einem kohärenten und funktionierenden Netz führen, damit möglichst viele Menschen von der Tram profitieren können.

Auch auf dem Boulevard Adenauer in Kirchberg werden die Bäume auf dem Mittelstreifen der Tram weichen müssen. Das wird sicherlich zu Diskussionen führen.

HD: Das wird sicher zu Diskussionen führen. In Wirklichkeit werden aber nur sehr wenige Bäume tatsächlich gefällt. Die meisten werden an anderer Stelle neu gepflanzt. Ich kann aber versichern, dass es nach Abschluss der Arbeiten mehr Bäume geben wird als jetzt.

Im nationalen Mobilitätsplan steht, dass bis zu drei Kilometer pro Jahr gebaut werden sollen. Da sich die Entscheidungen nun hinziehen, sieht es eher danach aus, als würden innerhalb der nächsten vier Jahre bis 2028 nur drei Kilometer hinzukommen. Somit entfernt man sich eigentlich weiter weg vom angestrebten Ziel.

HD: Es steht nirgendwo geschrieben, dass jedes Jahr so viele Kilometer gebaut werden müssen. Das ist ein Durchschnittswert. Wenn es also in einem Jahr langsamer geht, geht es in einem anderen Jahr schneller.

AVdM: Und man darf nicht vergessen, dass man der Politik die Zeit geben muss, Entscheidungen zu treffen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen die richtigen Antworten auf die offenen Fragen finden werden.

Können Sie uns zum Schluss den vorgesehenen Zeitplan für die beiden neuen Abschnitte verraten?

AVdM: Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe dieses Jahres alle Unterlagen für die Ausschreibung haben werden. Im Idealfall beginnen die Arbeiten an der Strecke zwischen Rout Bréck und Laangfur, sobald die Arbeiten an der Strecke nach Findel abgeschlossen sind, also Anfang nächsten Jahres. Danach folgt die Strecke nach Hollerich. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.

+++ +++

Die zukünftige Tramlinie Laangfur-Hollerich im Detail

In Kirchberg beträgt die Entfernung von der Route Bréck bis zur nächsten Haltestelle auf dem Boulevard Konrad Adenauer 900 Meter. Die Haltestelle wird „Wehrer“ heißen, so wie die querlaufende Straße.

Danach fährt die Tram etwas mehr als 700 Meter bis zur Haltestelle Ecole Européenne, um dann gegenüber der Rue Richard Coudenhove-Kalergi auf den heutigen Parkplatz abzubiegen, wo die vorläufige Endhaltestelle Laangfur sein wird. Die Gesamtlänge dieses Abschnitts beträgt somit 2 km.

Die Ausdehnung vom Hauptbahnhof bis zur Route d’Esch beträgt etwas mehr als einen Kilometer. Vom Hauptbahnhof bis zur ersten Haltestelle Landewyck sind es etwas mehr als 400 Meter, bis zur vorläufigen Endhaltestelle in Hollerich sind es knapp 600 Meter. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2028 geplant.

Die Züge der neuen Linie „Laangfur-Hollerich“ verkehren zwischen den Haltestellen „Rout Bréck-Pafendall“ und „Gare centrale“ gemeinsam mit denen der bestehenden Linie, die ab Anfang nächsten Jahres zwischen Findel und Stadion verkehren wird.

wort.lu, 14.04.2024  

 

Die Testphase der neuen Tram-Strecke beginnt im Mai

Der Teil zwischen Lycée Bouneweg und Stadion soll am 7. Juli für den Verkehr freigegeben werden. Nach den Tests folgen noch normale Fahrten ohne Passagiere.

Frank Weyrich, freier Journalist

Ende Februar hatte Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ bestätigt, dass die Tramstrecke zwischen dem Lycée Bouneweg und dem Stadion in Cloche d‘Or am 7. Juli dieses Jahres für den Verkehr freigegeben wird. Wie bei neuen Streckenabschnitten üblich, wird es vorher eine Testphase geben, in der die Straßenbahn die neue Strecke im Schritttempo befährt. Wie André Von der Marck, Generaldirektor von Luxtram dem LW gegenüber bestätigt, wird noch im Mai die Testphase beginnen.

Dabei wird geprüft, ob die gesamte Infrastruktur von der Stromversorgung über die Signalanlagen bis hin zu den Bahnsteigen funktioniert. Voraussetzung für diesen entscheidenden Schritt ist jedoch die vorherige Fertigstellung der gesamten Gleisanlagen. Noch Anfang März klafften in der Rue des Scillas riesige Baugruben, die Zweifel aufkommen ließen, ob der angestrebte Termin tatsächlich eingehalten werden kann.

Seither hat sich jedoch vieles getan, und auf der gesamten Länge liegen in der Zwischenzeit die beiden Gleise bis zur Rue des Bruyères, wo die Strecke in Richtung Cloche d’Or abbiegt. Auch die Strommasten stehen wie Zinnsoldaten entlang der Trasse.

In einer nächsten Phase kommt es zu den sogenannten „marches à blanc“. Dabei fährt die Tram die Strecke wie im Routineverkehr, jedoch ohne Passagiere. Diese Zeit wird dazu benutzt, um die Zugführer mit den Besonderheiten auf dem neuen Abschnitt bekannt zu machen, sowie die Abläufe für den täglichen Betrieb zu optimieren.

Zweigleisiger Ausbau am Bahnhof Howald gestartet

Der im Fachjargon „Tronçon D“ genannte Abschnitt der Straßenbahntrasse ist die Verlängerung der bestehenden Linie von der heutigen Endhaltestelle Lycée Bouneweg bis zum Stadion.

Über die Rue d’Orchimont führt die Trasse in den Rangwee, wo sie das Gemeindegebiet von Hesperingen erreicht. Ab hier verläuft die Trasse durch die Rue des Scillas, wo sich in Höhe der Tennisplätze die gleichnamige Haltestelle befindet. An der Einmündung der Rue des Bruyères geht es nach einer rechtwinkligen Kurve auf die Brücke, um die Bahnlinie zu überqueren. Dort befindet sich die Haltestelle „Howald Gare“, die Teil des künftigen Umsteigeknotens ist.

Dieser Abschnitt wird zunächst eingleisig in Betrieb genommen, da die Eigentumsverhältnisse für den zweigleisigen Ausbau nicht rechtzeitig geklärt werden konnten. Seit dem Erwerb der notwendigen Grundstücke durch den Bund im vergangenen Herbst wurde jedoch keine Zeit mehr verloren.

Am 10. Januar dieses Jahres wurde auch die Abrissgenehmigung für das ehemalige Munhowen-Gebäude - unweit des großen Supermarktes - erteilt. Auf der anderen Seite der Bahnlinie gehen die Arbeiten für die neuen Bushaltestellen ihrem Ende entgegen. Die Straßenbahn wird über die sogenannte Y-Brücke zur nächsten Haltestelle fahren. Diese ist nach der angrenzenden Schule benannt und heißt Lycée Vauban“.

Unmittelbar danach biegt die Tram nach Süden in den Boulevard Kockelscheuer ein und steuert die Haltestelle Waassertuerm an. Danach überquert die Strecke die Autobahn, bevor sie in einer langgezogenen Kurve die Endhaltestelle beim Stade de Luxembourg erreicht, die sich vor dem Parkhaus des Park&Ride Cloche d‘Or und dessen Umsteigeplattform befindet.

wort.lu, 13.04.2024

 

Warum die Tram auch in Steinbrücken halten soll

„Wir wollen die schnelle Tram nicht kaputt machen“, sagt der Bürgermeister von Monnerich. Er sieht neue Elemente durch das Megaprojekt GRIDX in Wickringen.

Mike Stebens, Redakteur

„Wir fordern, das vorgeschlagene Konzept für eine Straßenbahnhaltestelle in Steinbrücken zu überdenken“, schreibt der Gemeinderat von Monnerich an Umweltminister Serge Wilmes (CSV). Dieser hatte die Gemeinde um eine Stellungnahme zu einer Umweltverträglichkeitsstudie für das Projekt „Schnelltram“ gebeten.

Die Umweltverträglichkeitsstudie hat es in sich, wie der Bürgermeister von Monnerich, Jeannot Fürpass (CSV), dem „Luxemburger Wort“ auf Anfrage mitteilt: „Das ist ein dicker Wälzer von mehreren hundert Seiten, mit allen Anhängen.“ 299 Seiten sind es genau, die Unterlagen liegen dem „Luxemburger Wort“ vor.

Außerordentliche Gemeinderatssitzung in Monnerich

Zu dieser Studie musste der Gemeinderat Stellung nehmen, weshalb am 29. März dieses Jahres eine außerordentliche Sitzung einberufen wurde, bei der die Tram der einzige Tagesordnungspunkt war. In Leudelingen wurde das Gleiche bereits vor einigen Wochen gemacht. Dort dauerte die Diskussion fünf Minuten. In Monnerich saßen die Räte rund eineinhalb Stunden zusammen.

In seiner Antwort an Serge Wilmes schreibt Jeannot Fürpass Anfang April dieses Jahres, dass seine Gemeinde die Bedeutung einer neuen Tramlinie für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Luxemburg anerkennt. Die Gemeinde begrüßt die Initiative für eine Haltestelle in Foetz und ist mit den Grundzügen der Pläne einverstanden. 4,4 Kilometer der geplanten Tramtrasse verlaufen auf Monnericher Gebiet, das ist fast die Hälfte der rund zehn Kilometer langen Strecke von der Cloche d‘ Or nach Foetz.

Für die Gemeinde Monnerich gibt es jedoch noch einige Fragen zu klären, nicht nur in Bezug auf die Umweltverträglichkeit, sondern auch in Bezug auf das Projekt selbst. „Ich bin der Meinung, dass der Gemeinderat zu diesem Dossier Stellung beziehen sollte“, sagt Fürpass.

Es sei auch für ihn als Bürgermeister die erste Gelegenheit gewesen, in den Gemeinderat zu gehen und die Position des Schöffenrates vorzutragen. Der Gemeinderat sei der Meinung gewesen, dass der Text an die Regierung schärfer formuliert werden müsse als der Vorschlag des Schöffenrates, damit die Botschaft auch verstanden werde.

Kein Populismus

In der Stellungnahme des Gemeinderats heißt es: „Die Auswirkungen dieses Projekts auf die Lebensqualität der Einwohner der Gemeinde werden erheblich sein. Deshalb muss die Gemeinde ihre Interessen verteidigen und Vorbehalte zu bestimmten Aspekten des Projekts äußern“. Dabei verfolge der Gemeinderat keinen „populistischen Ansatz“, betont Fürpass. Vielmehr wolle er konstruktiv arbeiten und spricht von „einer ganzen Reihe von Herausforderungen, auf die es die richtigen Antworten zu finden gilt“, was er „gewissenhaft“ tun wolle.

Die Forderung nach einer zusätzlichen Haltestelle in Steinbrücken ist der erste Punkt, auf den in der Stellungnahme zum Projekt eingegangen wird: „Die Gemeinde Monnerich bedauert, nicht um ihre Meinung zur Entwicklung des GRIDX-Geländes in Wickringen gebeten worden zu sein, dessen Größe erhebliche und unausweichliche Auswirkungen auf den lokalen Straßenverkehr haben wird“, heißt es darin. Das Fehlen von Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr sei eine „beunruhigende Lücke, die dringend einer Antwort bedarf“.

Rund 1.000 Menschen sollen dort einmal arbeiten, dazu kommen täglich Tausende von Besuchern. Das dürfte zu einer deutlichen Zunahme des Straßenverkehrs führen. Staus, Luftverschmutzung und die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern sind die Stichworte, die die Einwohner von Reckingen und Steinbrücken betreffen würden.

Die derzeit der Gemeinde Monnerich vorliegenden Zahlen zur Einrichtung der Tram und der geplanten Haltestellen „scheinen die indirekten Auswirkungen auf die umliegenden Gemeinden nicht zu berücksichtigen“.

In der Grafik, die der Stellungnahme beigefügt und auf 2020 datiert ist, sind alle aktuell geplanten Haltestellen sowie die Haltestellen „Leudelange-Stadt“ und Steinbrücken eingetragen. Letztere jedoch in eckigen Klammern. Die danebenstehende Begründung für den Verzicht auf die Haltestellen lautet: „Geringes Potenzial einer Verkehrsverbindung an diesen Standorten, viele betroffene Durchreisende.“

2020 sah die Welt in Wickringen noch anders aus

„Die Entwicklung des GRIDX-Geländes wurde nicht von adäquaten Lösungen für den öffentlichen Verkehr begleitet“, so die Stadträte. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Menschen, die dort arbeiten werden, und die vielen Besucher, die erwartet werden, auf das Auto umsteigen. Das wiederum könnte die Verkehrsprobleme und die Luftverschmutzung verschärfen.

Der Bürgermeister von Monnerich, Jeannot Fürpass (CSV), sieht noch Optimierungsbedarf beim „schnellen Tram“.
Foto: Anouk Antony/LW-Archiv

Im Jahr 2020 sei dem Schöffenrat von Monnerich von Vertretern des Mobilitätsministeriums und der Straßenbauverwaltung mitgeteilt worden, dass ein Halt in Steinbrücken keine Option sei, sagt Fürpass. Er gibt aber zu bedenken, dass im Sommer 2020 in Wickringen im Gegensatz zu heute noch kein Bagger angerollt war: „Wenn man heute sieht, was entlang der Gemeinde Monnerich gebaut wird, ist das einfach Wahnsinn.“

Die Gemeinde habe GRIDX „frontal an der Grenze“. Die Gemeinde Reckingen/Mess sei vielleicht nicht übermäßig betroffen, aber für Steinbrücken werde es ein Problem. Deshalb sei man in Monnerich der Meinung gewesen, die Regierung zu bitten, das Ganze noch einmal zu überdenken, „denn eine Haltestelle scheint doch Sinn zu machen, um nicht nur das Auto zu bevorzugen“, so Fürpass.

Wie das in der Praxis aussehen könnte, dafür hat der Monnericher Gemeinderat schon einen konkreten Vorschlag: „Eine Tramhaltestelle in Wickringen/Steinbrücken, die vielleicht sogar im Wechsel bedient wird, um der Philosophie der schnellen Tram nicht zu widersprechen, wäre eine dauerhafte Lösung.“ Die Tram könnte dort zum Beispiel jede halbe Stunde halten. Denkbar sei auch, dass nur jede zweite Tram in Steinbrücken hält.

Bauunternehmen Giorgetti offenbar auch an Haltestelle interessiert

Laut dem Leudelinger Bürgermeister Lou Linster (DP) setzt sich auch die Firma Félix Giorgetti, die hinter dem Großprojekt GRIDX steht, für einen Halt in Wickringen ein. Daraus würde jedoch nichts, weswegen er als Leudelinger Bürgermeister nicht weiter auf eine Haltestelle nahe dem Zentrum von Leudelingen dränge. Gespräche zwischen dem Monnericher Bürgermeister Jeannot Fürpass (CSV) und Marc Giorgetti gibt es laut Fürpass nicht. „Er macht das auf eigene Initiative“, sagt Fürpass.

wort.lu, 10.04.2024

Anmerkung : „2020 sah die Welt in Wickringen noch anders aus.“ Da sieht man, wie schnell Pläne überholt sein können. Und wenn Trampapst Bausch gestern noch behauptet hat, die Anbindung von Audun-le-Tiche an die Schiene sei nicht mehr zeitgemäß, so kann auch dies morgen schon überholt sein. Vorausschauende Politik sollte dem Rechnung tragen.

Ansonsten möchte ich an Bauschs Aussage erinnern : Die Leute möchten nicht zweimal umsteigen müssen. Dies gilt nicht nur für die Route d’Arlon in Luxemburg-Stadt, sondern auch für Wickringen und Leudelingen.

Claude Oswald

 

Planänderungen der Tram erhitzen die Gemüter in Strassen

Die Trasse in Richtung CHL hat für die Stadt Luxemburg keine Priorität. Die Nachbargemeinde kann die Entscheidung nur schwer nachvollziehen.

Thomas Berthol, Redakteur

Eine Entscheidung, die Fragen aufwirft. Der Bürgermeister von Strassen, Nico Pundel (CSV), hat gegenüber Virgule seine Enttäuschung über die Entscheidung der Stadt Luxemburg zum Ausdruck gebracht, dass die Straßenbahn nun nicht bis zum Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) verlängert werden soll. Bei der Vorstellung des Mobilitätsplans am vergangenen Mittwoch hatten die Verantwortlichen der Hauptstadt deutlich gemacht, dass die Trasse von der Place de l'Étoile zum CHL nicht mehr unbedingt Priorität habe. Diese ist jedoch im nationalen Mobilitätsplan (PNM 2035) der Vorgängerregierung verankert.

 

Foto: Anouk Antony/ LW-Archiv

Das Ziel des ehemaligen Mobilitätsministers François Bausch (Déi Gréng) war es, 2028 einen Abschnitt zwischen der Place de l'Étoile und dem CHL in Betrieb zu nehmen. Die Straßenbahn sollte auf der Route d‘Arlon verkehren und dann nach Süden auf den Boulevard de Merl abbiegen.

„Wir waren schon nicht glücklich, als François Bausch diesen Plan vorstellte, da die Straßenbahn am Ortsrand von Strassen enden sollte, während wir sie durch die Gemeinde führen wollten“, erinnert sich Nico Pundel.

Die Straßenbahn, „ein wichtiges Thema“ für Strassen

 Die Argumente der Stadt Luxemburg, die Trasse zum Krankenhaus nicht zu bevorzugen, sind für ihn nicht nachvollziehbar. „Wir benötigen eine leistungsfähige Linie zwischen Cloche d‘Or und der Place de l‘Étoile“, hatte Patrick Goldschmidt (DP), Mobilitätsschöffe der Stadt Luxemburg, am Mittwoch argumentiert. Für den Strassener Bürgermeister ist diese Begründung nicht stichhaltig: „Die Linie zur Cloche d‘Or ist bereits fertiggestellt und wird nach Leudelingen weitergeführt. Warum ist es nicht möglich, diese auch in unsere Gemeinde zu verlängern?“

Der neue Abschnitt zwischen dem Lycée Technique de Bonnevoie und dem Stade de Luxembourg wird am 7. Juli für den Verkehr freigegeben. An diesem Tag geht übrigens der derzeitige Generaldirektor von Luxtram, André von der Marck, in den Ruhestand. Die Verlängerung nach Leudelingen soll bis 2028 fertiggestellt werden, auch wenn sich Bürgermeister Lou Linster (DP) kürzlich besorgt über die Einhaltung dieses Zeitplans geäußert hat.

Für Nico Pundel wäre die Tram „ein wichtiges Mittel, um den sehr starken Verkehr in der Gemeinde zu reduzieren“. So erwähnt er die Durchfahrt des „Individualverkehrs und der zahlreichen Buslinien“. Der Bürgermeister weist auch darauf hin, dass das hohe Verkehrsaufkommen durch die Nähe zur Autobahn A6 und zum Industriegebiet in der Umgebung des CHL bedingt ist. In diesem Gebiet befindet sich unter anderem die Fachschule für Gesundheitsberufe. Nico Pundel unterstreicht zudem, dass er immer noch auf eine Umgehungsstraße – den Boulevard de Merl - warte.

Tram soll spätestens bis 2035 in Richtung CHL

Um diese Mobilitätsfragen zu klären, schickte der Bürgermeister in der vergangenen Woche einen Brief an Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP), um einen Termin zu erhalten. „Das war ein paar Tage vor der Entscheidung der Stadt Luxemburg, aber es wird eine Gelegenheit sein, dieses Thema anzusprechen und ihre Sichtweise zu erfahren.“

In einem Interview mit dem „Luxemburger Wort“ Anfang März erhob die Mobilitätsministerin keine Einwände gegen eine mögliche Weiterführung der Tram nach Strassen und Mamer. „Wenn die Zahlen und Analysen zeigen, dass es sich um eine gute Lösung handelt, bin ich nicht dagegen.“ Zur Verlängerung in Richtung CHL über die Route d‘Arlon lässt Yuriko Backes nun verlauten: „Es besteht der gemeinsame Wille mit der Stadt Luxemburg, diese Verlängerung so schnell wie möglich voranzutreiben. Wir sind uns einig, dass die Tram dort spätestens 2035 fahren soll“.

 Gegenüber dem LW erklärte die Ministerin, dass sie „gerne noch in diesem Jahr ein Finanzierungsgesetz vorlegen würde“. François Bausch hatte im Jahr 2022 angekündigt, dass die Arbeiten an diesem Projekt spätestens in den darauffolgenden zwei Jahren, also Ende 2024, beginnen und die Strecke nach diesen Plänen gegen 2028 fertiggestellt sein soll.

„Wer macht hier die Verkehrspolitik?“

 „Auch die Trasse zwischen der Place de l'Étoile und dem CHL hat nicht unbedingt Priorität, wie am Mittwoch bekannt wurde. D‘Lydie Polfer gëtt de Gemengen westlech der Stadt domat eng Oofso fir en Tram an eis Richtung!!!“, reagierte die Co-Vorsitzende von Déi Gréng, Djuna Bernard, auf X (ex-Twitter). „Ween mescht hei Verkeierspolitik? Yuriko Backes oder d‘Blockage-Buergermeeschtech?“, fragte die Gemeinderätin von Mamer weiter.

 Auch François Bausch reagierte scharf auf die Entscheidung der Hauptstadt, bis 2035 keine zweite Straßenbahnlinie durch die Oberstadt zu bauen. Der grüne Abgeordnete betonte, dass diese Trasse in der Avenue de Porte-Neuve „technisch machbar“ sei. Diese mögliche zweite Linie würde es der Straßenbahn ermöglichen, von Kirchberg kommend über den Boulevard Royal zur Place de l‘Étoile zu fahren.

 „Ohne diese Linie würde das ganze Netz nicht mehr funktionieren. Im Moment ist der Vorteil der Straßenbahn, dass die Fahrgäste nur einmal umsteigen müssen. Man steigt nicht zweimal um. Und den Ärger dieser Fahrgäste, zum Beispiel aus dem Westen, bekommt Yuriko Backes zu spüren“, sagt der ehemalige Minister.

 Für Nico Pundel ist die Einrichtung einer neuen Straßenbahnlinie durch die Avenue de la Porte-Neuve keine „absolute Notwendigkeit“. Seiner Meinung nach könnten die Anwohner auch die Straßenbahn nutzen, indem sie an der Place de l‘Étoile umsteigen – falls es tatsächlich eine Verbindung in den Westen der Stadt geben sollte.

wort.lu, 04.04.2024

Anmerkung : Dass Frau Polfer als Blockade-Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg auftritt, ist leider nichts Neues. Man kann nur hoffen, dass sie eines Tages in Rente geht, und dass ihr Nachfolger die Sache ins Rollen bringt.

Und ja, vielleicht sollte man die Tram über die Stadtgrenze hinaus bis zur "Belle Etoile" verlängern. 

Claude Oswald

 

Pressekonferenz

Déi Gréng wollen auch in der Chamber über die Tram reden

Der Verzicht auf den Bau der zweiten Trasse durch das Hauptstadt-Zentrum steht im Mittelpunkt. Die Partei fordert auch die Einsicht in Mobilitätsstudien.

David Thinnes, Redakteur

wort.lu, 29.03.2024

Der Verzicht auf den Bau der zweiten Tramlinie durch das Zentrum der Hauptstadt wird weiter für Gesprächsstoff sorgen. Déi Gréng-Politiker kündigten am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz an, dass sie eine Aktualitätsstunde im Parlament beantragt haben. „Wir hoffen, dass diese nach den Osterferien auf dem Programm steht“, erklärte der Abgeordnete Meris Sehovic.

In einem Brief an Kammerpräsident Claude Wiseler (CSV) fordern die Grünen die Einsicht in die Unterlagen zur Mobilitätsentwicklung in der Avenue de la Porte-Neuve und dem Boulevard Royal.

François Bausch, ehemaliger Mobilitätsminister und jetziger Abgeordneter, wiederholte seine bereits im „Luxemburger Wort“ vorgetragene Argumentation. Er wies ebenfalls darauf hin, dass der Bau der Trasse von Cloche d‘Or über die Route d‘Esch zum CHL das Netz verbessern werde, dass es aber für diesen Teil noch keine Pläne gäbe. Es würde daher keinen Sinn ergeben, hier die Priorität, anstatt auf die zweite Trasse durch das Zentrum zu setzen, für die „die Pläne in der Schublade liegen“. Und Bausch fügte hinzu: „Ich würde direkt unterschreiben, wenn diese Strecke durch die Route d‘Esch sofort gebaut werden könnte, aber es geht nicht.“

Bei dieser Pressekonferenz wurde auch der Mobilitätsplan der Stadt Luxemburg erwähnt, bei dessen Vorstellung die Nachricht über die zweite Tram-Trasse bekannt wurde. François Benoy, Stadtrat in der Hauptstadt, beschrieb das 130 Seiten starke Papier so: „Dieses Dokument bringt uns nicht weiter. Wir dürfen nicht weiter auf Zeit spielen, sondern müssen die wichtigen Entscheidungen treffen“.

Anmerkung : Herr Bausch scheint zu vergessen, dass seine Partei bei den Parlamentswahlen im Oktober 2023 von den Wählern abgestraft wurde und von 9 auf nur mehr 4 Parlamentssitze abgerutscht ist. Und er scheint zu vergessen, dass seine Zeit als grüner Minister vorbei ist.

Ich kann allerdings nachvollziehen, dass er leicht frustriert ist. Ich bin es auch - aber nicht erst seit gestern, und aus anderen Gründen.

Claude Oswald

 

Zweite Strecke durch das Zentrum

François Bausch: „Frau Polfer hat noch immer nichts verstanden“

Die Entscheidung, die zweite Tramtrasse auf Eis zu legen, sorgt für Diskussionen. Hauptstreitpunkt ist weiterhin die Neipuertsgaass.

David Thinnes, Redakteur

François Bausch, von 2005 bis 2013 Erster Schöffe der Hauptstadt, ist am Donnerstagvormittag, als das „Luxemburger Wort“ ihn kontaktiert, sofort auf Betriebstemperatur: „Für das Projekt ist diese Entscheidung eine Katastrophe und ein Rückschritt in die 1990er-Jahre. Das erinnert mich an die Zeit, als Lydie Polfer Busse aneinandergereiht hat, um zu zeigen, dass die Tram nicht sinnvoll ist. Frau Polfer hat immer noch nichts begriffen“, sagt François Bausch.

Er wundert sich auch über den Seitenhieb von Patrick Goldschmidt, die Grünen hätten gesagt, man müsse die Avenue de la Porte-Neuve komplett für den motorisierten Individualverkehr sperren: „Das wurde nie behauptet. Die Trasse durch die Neipuertsgaass ist technisch machbar, dafür gibt es Studien und Analysen im Ministerium und bei Luxtram“.

Die Neipuertsgaass als Einbahnstraße

Bausch erläutert eine Möglichkeit: „Die Neipuertsgaass könnte zur Einbahnstraße werden, in Richtung Kirchberg könnten dann noch Autos fahren. Damit wäre auch etwas für das Viertel Limpertsberg und die Verkehrsberuhigung getan, weil viele Schleichwege wegfallen.“

Es gibt auch Planungen für die Avenue de la Porte-Neuve mit je einer Fahrspur für den Autoverkehr in beiden Fahrtrichtungen sowie zwei Straßenbahn- und zwei Busspuren. Letztere verschmelzen nach der Einmündung in die Avenue de la Porte-Neuve mit den Autospuren. Dies geht aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die Luxtram 2021 in Auftrag gegeben hat. Auf der Seite der Fondation Pescatore müsste ein Grünstreifen weichen. Auch auf der Seite der Kinnekswiss müsste die Straßenführung angepasst werden.

Derzeit führen zwei Spuren für den motorisierten Individualverkehr aus dem Stadtzentrum heraus. In Richtung Boulevard Royal gibt es entlang des Stadtparks eine Busspur und eine Spur für den motorisierten Individualverkehr.

François Bausch vertritt vehement die Meinung, dass die zweite Linie durch das Zentrum notwendig ist: „Ohne diese Linie funktioniert das ganze Netz nicht mehr. Der Vorteil der Tram ist im Moment, dass die Fahrgäste nur einmal umsteigen müssen. Die Leute steigen nicht zweimal um. Und den Ärger dieser Fahrgäste, zum Beispiel aus dem Westen, bekommt dann Yuriko Backes zu spüren“.

Am Ende des Gesprächs fasst der 67-Jährige noch einmal zusammen: „Es wird weitergewurschtelt wie in den 1980er- und 1990er-Jahren, als die Stadt verkehrstechnisch vor dem Kollaps stand. Das ist dramatisch, nicht nur für die Hauptstadt. Ich hatte gehofft, dass ein Verständnis für die Situation entstanden ist.“

Aus dem Mobilitätsministerium gibt es eine zurückhaltene Antwort. „Für eine erste Ausbaustufe der Tram und der neuen Nord-Süd-Achse wird die Avenue de la Porte-Neuve nicht benötigt. Dies hat uns Luxtram-Direktor kürzlich erklärt. Wir werden uns nun ein wenig Zeit nehmen, um in diesem Bereich mit Bedacht vorzugehen. Mehr Details zu den Ausbaustrecken der Tram gibt es nach Ostern in einer gemeinsamen Pressekonferenz.“

Laut Ministerin Yuriko Backes (DP) würd es auch zu keiner Taktverschlechterung kommen, wenn die Tram nicht durch die Neipuertsgaass fahre.

In Bezug auf den Ausbau Richtung CHL durch die Route d‘Arlon betont Yuriko Backes: „Es gibt ein gemeinsames Bestreben mit der Stadt Luxemburg, diesen Ausbau so schnell wie möglich voranzutreiben. Wir sind uns einig, dass die Tram spätestens 2035 hier fahren soll.“ Zur Erinnerung: François Bausch hatte im Juli 2022 gesagt, die Arbeiten sollten zwei Jahre später, und demnach Ende dieses Jahres, beginnen. Nach diesen Plänen wäre die Strecke etwa 2028 fertig.

Backes fügt in ihrer Antwort auf die LW-Anfrage hinzu, dass sie „am liebsten dieses Jahr noch ein Finanzierungsgesetz präsentieren möchte“.

Die Antwort auf die LW-Anfrage an Luxtram steht bislang noch aus. Die Grünen haben unterdessen für Freitagnachmittag zu einer Pressekonferenz geladen. Das Thema lautet „Réseau de tramway: mise en question des investissements ?“.



Vorstellung Mobilitéitsplang

So haben sich die Pläne für die Tram in der Oberstadt geändert

Die Schaffung einer zweiten Trasse der Straßenbahn ist auf Eis gelegt. Der Ausbau einer anderen Strecke sowie des öffentlichen Transports sind prioritär.

David Thinnes, Redakteur

Thema des Tages im Rathaus der Stadt Luxemburg war die Vorstellung des Mobilitätsplans der Hauptstadt. Eine interessante Nachricht ging dabei fast unter: Die zweite Tramlinie durch die Oberstadt hat „bis 2035 keine Priorität“. Das erklärten Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) und Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) am Mittwochvormittag.

Diese Entscheidung sei aufgrund von Analysen von Luxtram, die für den Bau verantwortlich sind, getroffen worden. „Es ist einfach nicht machbar“, hieß es in der Märei. Gemeint ist hauptsächlich die Streckenführung durch die Avenue de la Porte Neuve. Vorgesehen war, dass die Tram von Kirchberg kommend am Rond-Point Schuman links abbiegen würde, dann durch die Neipuertsgaass und über den Boulevard Royal zur Place de l‘Etoile fahren würde. Die Kurve von der Neipuertsgaass auf den Boulevard scheint laut Patrick Goldschmidt eines der unüberwindbaren Hindernisse zu sein, die es dort wegen der Breite des Bürgersteigs gibt. Außerdem sei die Kapazität am Rond-Point Schuman erreicht, so Goldschmidt.

Diese Trasse war vom früheren Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) immer als notwendig erachtet worden, um die Verbindung CHL-Kirchberg zu optimieren. Ohne das zweite Gleis würde sich die Taktfrequenz der Züge erhöhen. Außerdem müssten die Fahrgäste öfter umsteigen, anstatt von Kirchberg direkt zum CHL zu fahren.

Auch die Trasse von der Stäreplaz zum CHL sei nicht unbedingt prioritär, hieß es am Mittwoch. Dort seien die Eigentumsverhältnisse entlang der Route d‘Arlon schwierig.

Prioritär: Strecke zwischen Cloche d‘Or und Stäreplaz

Mehrfach wurde am Mittwochvormittag betont, dass der Ausbau der Tram unbedingt notwendig sei. Doch die Priorität liegt auf einer anderen Strecke. „Wir brauchen eine leistungsfähige Strecke zwischen Cloche d‘Or und Stäreplaz“, so Goldschmidt.

Dieser Ausbau ist auch im nationalen Mobilitätsplan 2035 (PNM) vorgesehen. Das Argument des PNM, aber auch von Polfer und Goldschmidt ist, dass dadurch der Anschluss an die schnelle Tram in Esch hergestellt werden kann.

Immer wieder hatte es Diskussionen um die zweite Trasse gegeben – vor allem um den Teil durch die Neipuertsgaass. Die Politiker von Déi Gréng waren immer überzeugt davon, dass dem Auto weniger Platz eingeräumt werden sollte. Aber das ist nicht unbedingt die Position der DP. „Immer wieder hat eine Partei gesagt, dass man dort kein Auto benötigt“, wiederholt Goldschmidt mit einem Wink in Richtung Déi Gréng. Doch so einfach sei das nicht.

Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) hatte sich Anfang März dieses Jahres folgendermaßen über diesen Bereich geäußert: „Was macht hier Sinn? Man muss entscheiden, wie viel Platz man für Fußgänger, Radfahrer, Busse oder Autos will. Dazu besteht ein Limit, wie viele Tramzüge pro Stunde auf derselben Strecke fahren können.“

 Mobilitéitsplang: Historie

„Im Winter 2020 haben wir mit den ersten Vorbereitungsarbeiten begonnen“, blickt Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) am Mittwochvormittag zurück. Danach dauerte es dann noch knapp ein Jahr bis zur Auftaktveranstaltung im Grand Théâtre in Limpertsberg am 13. Oktober 2021.

Einen Tag später startete die Online-Umfrage, deren Resultate am 23. Februar 2022 vorgestellt wurden. 8.482 Personen hatten daran teilgenommen, davon waren 46 Prozent Einwohner der Stadt Luxemburg.

Zu diesem Zeitpunkt wurde angekündigt, den Mobilitätsplan im Herbst 2022 vorzulegen. Daraus wurde aber nichts. Es sollte noch eineinhalb Jahre dauern, bis es endlich zu einer Präsentation – für die zuständige Kommission und die Presse – kam. Demnächst soll der Plan auch der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Wer bereits jetzt einen Blick in das 129 Seiten umfassende Dokument werfen will, findet dieses auf www.vdl.lu.

Dem Thema öffentlicher Transport wird im Mobilitéitsplang viel Platz eingeräumt. Eine Feststellung ist, dass ein Ausbau vonnöten ist: „Es gilt, das bestehende Angebot zu optimieren (...) und die Kapazitäten zu erhöhen“. Gleichzeitig wird mit Blick auf den motorisierten Individualverkehr, der in der Hauptstadt immer noch einen großen Platz einnimmt, festgestellt: „Ziel muss es sein, die Anzahl der Fahrten des motorisierten Individualverkehrs auf dem Niveau von 2020 zu halten, da nur so eine effiziente städtische Mobilität mit Blick auf 2035 gewährleistet werden kann.“ Von den 857.000 Wegen pro Tag wurden 2020 laut Mobilitätsplan 60 Prozent mit dem Auto zurückgelegt.

2035: 180.000 Einwohner in der Stadt Luxemburg

Nun gilt es, die anderen Anteile, insbesondere den Anteil des Umweltverbundes - Bus, Tram, Fußgänger und Fahrrad - auf 51 Prozent zu erhöhen. 2020 waren es 40 Prozent.

Sorge bereitet den Verantwortlichen hauptsächlich der mögliche Zuwachs an Einwohnern und Arbeitsplätzen. Die Bevölkerungszahl könnte um 46 Prozent steigen, was 180.000 Einwohner im Jahr 2035 entspräche. Bei den Arbeitsplätzen wird ein Anstieg um 30 Prozent von 168.000 auf 218.000 prognostiziert, immer unter der Voraussetzung, dass alle geplanten Immobilienprojekte realisiert werden.

Die Stadt Luxemburg will nun „verschiedene Maßnahmen schrittweise umsetzen“. Dazu gehört die Erarbeitung eines integrierten Fuß- und Radverkehrskonzeptes. Außerdem soll ein Konzept für ein städtisches Verkehrsleitsystem geschaffen werden. Auch die Parkraumbewirtschaftung soll, wie Patrick Goldschmidt gegenüber dem LW bereits angedeutet hat, analysiert und gegebenenfalls geändert werden.

wort.lu, 27.03.2024

 

 

Es bleibt dabei: Tram soll 2028 bis nach Leudelingen fahren

Ministerium reagiert auf Bedenken zum Zeitplan und nennt zusätzliche Details. An der Haltestelle „Steinhäuser“ entsteht etwa ein kleiner Busbahnhof.

 

Luc Ewen, Redakteur

„Am aktuellen Zeitplan wird festgehalten“ und: „Es ist weiterhin vorgesehen, dass die Tram 2028 nach Leudelingen fährt“, antwortet das Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten am Montag auf eine Anfrage des LW bezüglich des Ausbaus der Tram Richtung Leudelingen. Zuvor hatte der hiesige Bürgermeister Lou Linster im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ seine Überraschung über Aussagen von Mobilitätsministerin Yuriko Backes in einem LW-Interview zum Ausdruck gebracht.

In dem Interview hatte die Ministerin erklärt: „Die Strecke von Cloche d’Or über Leudelingen und Foetz nach Esch ist im Koalitionsprogramm festgeschrieben und ich würde es begrüßen, wenn wir noch in dieser Legislaturperiode mit dem Bau beginnen könnten. Da stehen wir nun am Anfang und da werde ich mich mit allen Betroffenen zusammensetzen, um das gesamte Prozedere von Studien über Finanzierungsgesetze bis zur Durchführung voranzubringen.“ Lou Linster hatte daraufhin daran erinnert, dass im vergangenen Jahr unter dem damaligen Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) angekündigt worden war, dass die Tram bereits 2028, also noch in dieser Legislaturperiode, in Leudelingen halten soll.

Bis 2030 mehr Arbeitsplätze in Leudelingen als in Differdingen

An diesem Zeitplan soll sich laut der Antwort des Ministeriums auch nichts ändern. „Es ist weiterhin geplant, dass die Tram 2030 in Foetz halten wird, 2032 bis nach Metzeschmelz fährt und 2035 bis nach Beles“, heißt es.

Bereits 2018 hatte das Ministerium eine Studie in Auftrag gegeben. Daraus geht hervor, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze in Leudelingen bis 2030 im Vergleich zu 2018 verdoppeln könnte. Dies würde bedeuten, dass es zu diesem Zeitpunkt in Leudelingen mehr Arbeitsplätze gäbe als beispielsweise in der gesamten Gemeinde Differdingen. Außerdem wurde festgestellt, dass eine große Nachfrage in beide Richtungen ab der geplanten Haltestelle beim „Fachmaart Steinhäuser“ besteht.  

Das Ministerium plant denn auch einen Zubringerdienst mit lokalen Buslinien zur Tramhaltestelle. Dort soll auch ein kleiner Busbahnhof entstehen. Außerdem sei geplant, das Potenzial dieser Tramhaltestelle durch zusätzliche Radwege zu stärken. Weitere Parkmöglichkeiten seien hingegen nicht vorgesehen, da eine Haltestelle weiter, im Viertel Cloche d‘Or, ein großes Parkhaus in Betrieb sei.  

Bürgermeister Lou Linster hatte ebenfalls im Gespräch mit dem LW zu verstehen gegeben, dass die Gemeinde beim vorigen Mobilitätsminister François Bausch nachgefragt hatte, ob eine weitere Haltestelle in Nähe des Restaurants „De Spackelter“ denkbar wäre. „Doch daraus wird nichts“, so Linster. „Sonst ist es wieder eine langsame und keine schnelle Tram.“

wort.lu, 19.03.2024

 

Anmerkung : Anstelle eines kleinen Busbahnhofs der die Menschen zum (lästigen) Umsteigen nötigt, wäre es besser gewesen, die Tram durch das Gewerbegebiet hindurch zu führen. Aber dafür ist es offensichtlich zu spät. Man kann dies nur bedauern.

 

Claude Oswald

 

 

Tram-Planungen: Zweifel bei Bürgermeister Lou Linster

Die Pläne waren klar: Bis 2028 sollte die schnelle Tram Leudelingen anfahren. Nun scheinen sich diese Pläne zu verzögern.

Mike Stebens, Redakteur

Leudelingens Bürgermeister Lou Linster war überrascht, als er vor Kurzem ein Interview mit Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) im „Luxemburger Wort“ las. Darin sagte Backes einen Satz, der Zweifel aufkommen lässt, ob die Tram nach Süden so schnell ausgebaut wird, wie im vergangenen Jahr angekündigt.

In dem Interview erklärte die Ministerin: „Die Strecke von Cloche d’Or über Leudelingen und Foetz nach Esch ist im Koalitionsprogramm festgeschrieben, und ich würde es begrüßen, wenn wir noch in dieser Legislaturperiode mit dem Bau beginnen könnten. Da stehen wir nun am Anfang und da werde ich mich mit allen Betroffenen zusammensetzen, um das gesamte Prozedere von Studien über Finanzierungsgesetze bis zur Durchführung voranzubringen.“

Zweifel beim Leudelinger Bürgermeister

Lou Linster erinnert daraufhin im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ daran, dass im vergangenen Jahr unter dem damaligen Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) angekündigt wurde, dass die Tram bereits 2028 in Leudelingen halten soll. „2028 ist noch in dieser Legislaturperiode“, fügt Linster hinzu.

Eigentlich sei er optimistisch gewesen, denn nach den im September vergangenen Jahres vorgestellten Plänen sollte die Tram bereits 2035 nach Esch/Alzette und Belval fahren. Immerhin sei diese schon fast am nationalen Fußballstadion in Cloche d‘ Or angekommen, das nicht weit von Leudelingen entfernt liegt. „Es fehlt nicht mehr ganz viel.“

Er hoffe, dass die Arbeiten zügig voranschreiten, aber die Aussage der Ministerin habe ihn allerdings „nicht allzu optimistisch gestimmt“. Vielleicht sei die finanzielle Lage des Staates ein Problem, vielleicht würden die finanziellen Investitionen gekürzt, „was wir natürlich nicht hoffen.“ Das Projekt sei teuer, es würden „enorme Summen“ ausgegeben. Eine entsprechende Anfrage des „Luxemburger Wort“, mit unter anderem der Frage, ob die Ministerin den Zeitplan mit ihrer Aussage infrage stellt, blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Aus Halt bei Restaurant De Spackelter „wird nichts“

Wollte die Gemeinde, dass die Tram näher am Zentrum von Leudelingen hält? Linster erläutert, er habe bei François Bausch nachgefragt, ob diese in Höhe des Restaurants De Spackelter stehen bleiben könne. „Doch daraus wird nichts“, sagt Linster. „Sonst ist es wieder eine langsame und keine schnelle Tram.“

Nach der geplanten Strecke wird die Tram entlang der Autobahn A4 fahren. Die Haltestelle in Leudelingen wird, von Luxemburg-Stadt kommend, am Beginn des Gewerbegebiets beim „Fachmaart Steinhäuser“ liegen. Von dort sind es etwa zwei Kilometer bis zum Rathaus von Leudelingen. Es sei nun Aufgabe der Gemeinde, „eine gute Anbindung zu schaffen“, sowohl was Busse als auch das Fahrrad betrifft, sagt Linster.

11.500 Arbeitsplätze gibt es Linster zufolge derzeit in Leudelingen, die meisten davon in der Aktivitätszone. „Es werden eher mehr als weniger“, sagt Linster voraus. Viele Menschen, die im Süden wohnen, werden auf die Tram umsteigen, wenn diese nach Esch und Beles fährt, hofft er. Die N4, durch die im Moment noch viel Durchgangsverkehr läuft, solle zurückgebaut werden, das sei auch ein Teil des Tram-Projektes. „In diesem Sinne würden wir wirklich deutlich davon profitieren“, schließt Linster.

www.wort.lu, 17.03.2024

 

Anmerkung : Wenn ich Bürgermeister von Leudelingen wäre, würde ich auf dem Halt beim Restaurant "Spackelter" bestehen. Bausch ist nicht mehr da, und zwei Kilometer Fußweg vom Beginn des Gewerbegebietes bis zum Rathaus sind eine relativ große Distanz. Es stört mich ohnehin, dass die Bausch-Tram das Gewerbegebiet nur am Rande streift. Auf diese Weise überzeugt man nicht viele Autofahrer zum Umsteigen.

 

Claude Oswald

 

 

Yuriko Backes will Bau der Tram nach Esch beschleunigen

Im Konzept der Mobilitätsministerin spielt die Straßenbahn eine entscheidende Rolle. Backes hält eine zweite Nord-Süd-Strecke durch die Hauptstadt für notwendig.

Frank Weyrich, freier Journalist

Das Stichdatum steht: Ab dem 7. Juli fährt die Tram bis zum Stadion. Auch in Richtung Flughafen Findel laufen die Arbeiten am Streckenausbau auf Hochtouren. Anfang Februar stimmten die Abgeordneten in der Chamber zudem einem Gesetzentwurf zum Ausbau in Kirchberg sowie nach Hollerich zu.

Einige Fragen zur Erweiterung sind jedoch noch offen. Nach 100 Tagen im Amt gewährt Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) im LW-Interview Einblick in ihre Sicht der Dinge, wenn es um die Zukunft der Tram geht.

Yuriko Backes, stellt die Tram für die Mobilität weiterhin eine Priorität dar oder geht es hauptsächlich darum, die begonnenen Projekte abzuschließen?

Ich bin ein ungeduldiger Mensch und wer mich kennt, weiß, dass ich gerne konkret arbeite. Die Projekte, über die wir hier reden, werden erst in zehn oder mehr Jahren abgeschlossen sein. Ich kann Ihnen aber versichern, dass der PNM 2035 (plan national de mobilité) weiterhin aktuell bleibt. Ich werde also in der Kontinuität arbeiten, so wie das auch ganz deutlich im Koalitionsvertrag festgehalten ist. Wir werden sehen, welcher Ausbau darüber hinaus Sinn ergibt und werden das im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten vorantreiben. Wobei auch gesagt sein muss, dass das Regierungsprogramm die Mobilität ganz klar als eine Priorität ausweist und die Investitionen hochgehalten werden. Ich weiß nicht, ob ich andernfalls diese Herausforderung angenommen hätte. Wir werden dementsprechend alles daran setzen, im Sinne von Multimodalität die Projekte voranzubringen. Es macht für mich nämlich keinen Sinn, ein Verkehrsmittel gegen ein anderes auszuspielen, sondern sie müssen aufeinander abgestimmt sein.

Wie stehen Sie prinzipiell zum Ausbau der Tram?

Wenn man sieht, wie erfolgreich die Tram ist, mit 100.000 Fahrgästen, die jeden Tag mit ihr fahren, dann ist klar, dass die Nachfrage da ist. Es erlaubt einem, sich stressfrei zu bewegen. Dabei möchte ich auch den städtebaulichen Aspekt erwähnen. Wo die Tram fährt, entstehen Fahrradwege und grüne Stadträume. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass die Tram nicht nur für die tägliche Mobilität der Bürgerinnen und Bürger ist, sondern auch ein wichtiger Aspekt, der zur Attraktivität des Landes beiträgt. Ich sehe und höre es immer wieder, wie sehr man uns im Ausland um die „richtig coole“ Tram beneidet, natürlich auch im Zusammenhang mit dem gratis öffentlichen Transport.

Nun wurden vor Kurzem zwei Finanzierungsgesetze im Parlament verabschiedet, um das bestehende Tramnetz auszubauen. Wie geht es anschließend weiter?

Was das Thema Ausdehnung in Richtung CHL angeht, so kann ich nur sagen, dass dies Priorität genießt und wir mit viel Energie und Enthusiasmus mit der Stadt Luxemburg zusammenarbeiten, um die bestehenden Schwierigkeiten zu beheben. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass wir von Regierungsseite nicht sämtliche Lösungen alleine finden, sondern nur in Zusammenarbeit mit anderen Instanzen. Dass es nicht immer so schnell geht, wie wir uns das vorstellen, ist auch richtig, nur muss man bedenken, dass es vieler Schritte bedarf, die gut überlegt sein wollen, bevor es zur Umsetzung kommt.

Und die Schnellstrecke nach Esch?

Die Strecke von Cloche d’Or über Leudelingen und Foetz nach Esch ist im Koalitionsprogramm festgeschrieben und ich würde es begrüßen, wenn wir noch in dieser Legislaturperiode mit dem Bau beginnen könnten. Da stehen wir nun am Anfang und da werde ich mich mit allen Betroffenen zusammensetzen, um das gesamte Prozedere von Studien über Finanzierungsgesetze bis zur Durchführung voranzubringen. Das Gleiche gilt für den zweiten Tramsschapp, für den es bereits Pläne gibt.

Ein viel diskutierter Abschnitt betrifft die Neipuertsgaass in der Hauptstadt. Wie geht es da weiter?

In der Tat, die Neipuertsgaass scheint viele Leute zu interessieren. Da ist es notwendig, sich die Frage zu stellen: Was macht hier Sinn? Man muss entscheiden, wie viel Platz man für Fußgänger, Radfahrer, Busse oder Autos will. Dazu besteht ein Limit, wie viele Tramzüge pro Stunde auf derselben Strecke fahren können. Eine andere Überlegung ist die Notwendigkeit einer Ausweichmöglichkeit, wenn es auf einem Abschnitt eine Störung gibt. Wobei ich überzeugt bin, dass wir nicht umhinkommen, innerhalb eines Jahrzehnts eine zweite Nord-Süd-Achse durch die Hauptstadt zu bekommen. Deshalb laufen auch Studien für eine weitere Tramstrecke zwischen dem Stadion über die Route d’Esch in die Stadtmitte.

Haben Sie noch andere Projekte in der Schublade?

Neben den Strecken, die im PNM 2035 bereits angedacht waren, werden wir selbstverständlich weiter denken. Dabei stützen wir uns auf unseren „Observatoire de la mobilité“ und seine Erkenntnisse. Darüber hinaus verspreche ich mir viel von einer Mobilitätsuntersuchung, die noch dieses Jahr in die Wege geleitet wird, um die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer besser zu verstehen.

In der vorigen Legislaturperiode wurde häufig darüber gesprochen, die Tram eventuell bis nach Strassen und Mamer zu führen. Haben Sie dazu bereits eine Meinung?

Ich habe dazu keine vorgefasste Meinung. Damit eine Tramstrecke Sinn ergibt, braucht sie jedoch eine Mindestsubstanz. Wenn sich aus den Zahlen und Analysen herausstellt, dass es eine gute Lösung ist, dann bin ich nicht abgeneigt.

Die Tram bleibt demnach ein wichtiger Pfeiler unserer Mobilität?

Selbstverständlich, wobei ich wiederholen möchte, dass wir die ganze Transportthematik im Sinne von multimodalen Möglichkeiten angehen, ohne ein Verkehrsmittel gegen ein anderes auszuspielen, das Ganze vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Entwicklung. In diese Richtung muss auch die Digitalisierung verstanden werden. Da denke ich an die Zusammenschaltung der Verkehrsmittel. Wenn zum Beispiel ein Zug einige Minuten Verspätung hat, müssen wir es fertigbringen, dass der Bus wartet, damit die Leute die Möglichkeit haben, ihren Anschluss trotzdem zu schaffen. Wir sollten auch sehen, dass wir in der Zwischenzeit ein fundiertes Know-how in Sachen Tram hier in Luxemburg aufgebaut haben, was auch und hauptsächlich einheimischen Firmen zugutekommt. Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind wichtig für unser Land und die müssen wir auch hochhalten.

Zusammenfassend kann man also davon ausgehen, dass als Nächstes mit den Finanzierungsgesetzen zu den Strecken zum CHL und nach Esch zu rechnen sein wird?

Wir haben eine Vorstellung, was den Zeitrahmen angeht, den ich allerdings zurzeit nicht öffentlich machen will. Ich möchte vermeiden, dass, im Falle einer Verzögerung, die Diskussionen losbrechen.

www.wort.lu, 06.03.2024

Anmerkung : Es ist ein schlauer Schachzug von Frau Backes, dass sie den Ausbau der Tram vorantreibt. Somit werden die Grünen gewissermaßen überflüssig.

Bleibt abzuwarten, ob "der neue Luc" und seine konservativen Parteifreunde Frau Backes die nötigen Mittel zur Verfügung stellen werden.

Claude Oswald

 

In vier Monaten fährt die Tram zum Stadion

Das offizielle Startdatum für die neue Teilstrecke ist der 7. Juli. Der Abschnitt ist 3,7 Kilometer lang.

Frank Weyrich, freier Journalist

Ein langersehntes Ereignis steht kurz bevor. Wie Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ bestätigt, wird die Tramstrecke zwischen dem Lycée Bouneweg und dem Stadion am kommenden 7. Juli für den Verkehr freigegeben.

Dieser Abschnitt in der Verlängerung von der jetzigen Endstation Lycée Bouneweg bis zum Stadion hat eine Länge von 3,7 Kilometern. Durch die Rue d’Orchimond führt die Trasse in den Rangwee, wo sie auf Hesperinger Gemeindegebiet stößt. Ab dort verläuft die Strecke durch die Rue des Scillas, wo sich auch die gleichnamige Haltestelle befindet.

Hier wartet noch allerhand Arbeit auf die Bautrupps, um den vorgegebenen Termin zu halten. Auch wenn mitten in den Schlammwüsten der Baustelle teilweise schon Schienen liegen, so ist an anderen Stellen außer Leerrohren und Gräben noch nichts zu erspähen, was auf eine betriebsfähige Tramlinie in etwas mehr als vier Monaten hindeutet.

An der Einmündung zur Rue des Bruyères geht es nach einer rechtwinkligen Kurve hinauf auf die Brücke, um die Eisenbahnstrecke zu überqueren. Dort befindet sich die Haltestelle „Howald Gare“, die Teil des zukünftigen Umsteigeknotens ist. Weiter geht es in Richtung Cloche d’Or über die sogenannte Y-Brücke, bevor die nächste Haltestelle erreicht wird. Sie ist nach der benachbarten Schule benannt und heißt deshalb „Lycée Vauban“.

2025: Mit der Tram zum Findel

Gleich danach biegt die Tram nach Süden in den Boulevard Kockelscheuer und steuert auf seine Endstation zu. Die Haltestelle „Waassertuerm“ ist derzeit noch hauptsächlich von Wiesen und Feldern umgeben.

Gleich anschließend steigt die Strecke nach oben, um die Autobahn zu überqueren, bevor es in einer langgezogenen Kurve zur Endstation „Stadion“ geht. Wobei der Ausdruck Stadion nicht ganz wortwörtlich zu nehmen ist, denn die eigentliche Haltestelle befindet sich direkt vor dem Parkhaus des P&R Cloche d‘Or und dessen Umsteigeplattform.

Mit der Inbetriebnahme dieses Teilstücks steht nur noch der Abschnitt von der Luxexpo bis zum Findel aus, das nach derzeitiger Planung bis zum Frühjahr 2025 ebenfalls fertiggestellt sein wird. Damit ist die gesamte erste Tramlinie komplett.

www.wort.lu, 28.02.2024

 

Eine neue Unterführung für die Tram am Héienhaff

Bis 2025 soll die Tram von der Luxexpo bis zum Flughafen fahren. Am Samstag wurde dafür ein wichtiger Meilenstein gelegt.

 

 

Die vorgefertigte Unterführung wurde unter die Nationalstraße N1 geschoben. Foto: Alain Piron

 

Frank Weyrich, freier Journalist

Große Arbeiten haben am Samstag den Verkehr an der Autobahnanschlussstelle Senningerberg beeinflusst. Es handelte sich dabei um einen Meilenstein für die neue Tramlinie zwischen der Luxexpo und dem Flughafen Findel. Autofahrern, die auf der A1 aus Richtung Luxemburg kommen, dürfte auf der rechten Straßenseite eine lange Betonwand aufgefallen sein. Dahinter verbirgt sich die Rampe, die es der Tram erlauben wird, den Höhenunterschied zu überwinden, um die Hauptstraße N1 zu unterqueren.

Die Betonhülle der zukünftigen Unterführung wurde am Samstag an ihre endgültige Position gedrückt. Im Fachjargon wird davon gesprochen, dass sie gerippt wurde. Mobilitätsministerin Yuriko Backes (DP) war vor Ort, um sich den Vorgang erklären zu lassen und den Baufortschritt zu begutachten.

Tunnel auf Wanderschaft

Der Tunnel hat eine Länge von 45 Metern und wiegt stolze 2.400 Tonnen. Damit die Arbeiten überhaupt erst durchgeführt werden konnten, wurde die bestehende Straße am Samstag abgetragen und anschließend wieder über dem Bauwerk aufgebaut. Deshalb war die Strecke zwischen Findel und Senningerberg komplett für den Verkehr gesperrt. Nachdem dieser kritische Moment überstanden ist, können die nächsten Schritte in Angriff genommen werden. Ab nächstem Monat werden die Bautrupps von Luxtram auf dem nun fertiggestellten Abschnitt aktiv und beginnen mit dem Gleisbau.

 

2025 soll die Tram bis zum Flughafen fahren. Foto: Alain Piron

Doch auch wenn dieser Teil der Arbeiten für die Tram am Héienhaff abgeschlossen ist, gehen die Bauarbeiten zwischen Findel und Senningerberg unvermindert weiter. Ab dem 26. Februar wird die Verkehrsführung entscheidend geändert. Für alle Autofahrer, die aus Richtung Luxemburg kommen, wird die Ausfahrt in Richtung Flughafen und Senningerberg über den neuen Boulevard Höhenhof geleitet. Auch die Auffahrt vom Flughafen auf die Autobahn in Richtung Trier erfolgt über diese neue Straße.

Zahlreiche Änderungen in den kommenden Monaten

Dabei gibt es ein bemerkenswertes Detail, das bei dem einen oder anderen Autofahrer für Verwunderung sorgen dürfte. Mitten im neuen Verkehrsabschnitt liegen quer zur Straße bereits auf einigen Metern die Tramschienen, obwohl rechts und links davon derzeit nur die Schlammwüsten der Baustelle zu sehen sind. Diese Verkehrsführung wird bis zur Fertigstellung des nächsten Bauabschnitts beibehalten. Zur Erinnerung: Der Boulevard Höhenhof verläuft hinter den Hotels und Bürogebäuden entlang der Rue de Trèves. Er wird im Endausbau den Kreisverkehr am Cargocenter mit dem Kreisverkehr am Flughafen verbinden.

Bis zum Jahresende geht es dann Schlag auf Schlag. Bis zum Kollektivurlaub im Sommer wird die endgültige Ausfahrt in Richtung Findel und Senningerberg fertiggestellt. Sie wird in der Endausbaustufe in beiden Richtungen je zwei Fahrspuren aufweisen. In der Mitte der Kurve der heutigen Autobahnausfahrt beginnen dann die Arbeiten für die Tramhaltestelle „Héienhaff“ sowie für einen provisorischen Busbahnhof. Diese beiden Infrastrukturen bilden den Kern des zukünftigen „Pôle d’échange“ und werden zeitgleich mit der Tramlinie in Betrieb gehen. Am Flughafen selbst ist noch nichts davon zu sehen, dass dort in einem Jahr die Endstation der neuen Tramlinie sein wird. Nach Auskunft der Pressestelle von Luxtram sehen die aktuellen Planungen vor, dass die Arbeiten für die Endhaltestelle am Terminal erst im April beginnen.

 

Die entscheidende Frage ist, wann der Abschnitt zwischen Luxexpo und Findel in Betrieb genommen werden kann. Roland Fox, Direktor der Straßenbauverwaltung, war sich gegenüber Ministerin Backes sicher: „Wir sind im Zeitplan. Die Tram wird Anfang 2025 bis zum Flughafen fahren.“ Teilweise war auch die Rede von Winter 2024/2025, wobei der Unterschied wohl reine Definitionssache ist. Bis Mai 2023 hieß es jedenfalls offiziell „Ende 2024“. Unabhängig von der endgültigen Aussage sieht es so aus, dass die Passagiere in den Sommerferien 2025 mit der Straßenbahn zum Ferienflieger fahren können. 

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle

Doch auch wenn die Tram bis zum Findel fährt, ist es mit dem Umbau der Verkehrswege nicht getan. Zunächst wird die Nationalstraße N 1 zwischen dem Kreisverkehr am Flughafen und der Autobahn auf je zwei Fahrbahnen in jede Richtung sowie zwei Busspuren verbreitert. Das erklärt auch die Rodungsarbeiten, die vor Kurzem auf diesem Abschnitt erfolgt sind. Man kann sich also schon ein gutes Bild davon machen, wie breit die Straße hier einmal sein wird. In diesem Zuge wird auch der Kreisverkehr an der Zufahrt zum Flughafen zu einem Turbokreisverkehr umgebaut. Der Baubeginn ist für 2025 vorgesehen.

www.wort.lu, 17.02.2024

 

 

DP stellt sich quer

Mit der Tram durch die Neipuertsgaass - oder doch nicht ?

Die Erweiterung der Tramlinien durch das Viertel Laangfur in Kirchberg und nach Hollerich ist in trockenen Tüchern. Der Ausbau in Richtung CHL bleibt offen.

Frank Weyrich, freier Journalist

Am 1. Februar wurde in der Chamber das Finanzierungsgesetz für zwei neue Tramlinien gestimmt. Dabei geht es um die Ausdehnung des Netzes in Kirchberg durch das geplante Neubauviertel Laangfur sowie die neue Strecke vom Hauptbahnhof in Richtung Hollerich. Während der Diskussion zu dem Gesetz kam jedoch fast unbemerkt eine andere Weichenstellung zur Sprache: die Linie zum Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL).

Der damalige Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) hatte noch im Juli 2022 erklärt, dass das Finanzierungsgesetz für die drei neuen Tramstrecken dem Parlament in der zu diesem Zeitpunkt laufenden Legislaturperiode unterbreitet werden sollten. Aus diesen drei geplanten Strecken wurden deren aber lediglich zwei, wobei die Weiterführung in Richtung CHL unter den Tisch fiel.

Die Pläne durch die Rue de la Porte Neuve liegen bereit

Wie dieses neue Teilstück in Zukunft aussehen soll, stand im Großen und Ganzen bereits fest. Ausgehend von der bestehenden Strecke von Kirchberg über die rote Brücke, sollte die neue Strecke links in die Neipuertgaass einbiegen, wo gleich eine Haltestelle vorgesehen war. In etwa dort, wo sich heute die Bushaltestelle „Fondation Pescatore“ in Richtung Stadtzentrum befindet, würde die Tram anhalten.

Durch die Rue de la Porte Neuve sollte es weiter in Richtung Boulevard Royal gehen, vorbei am Forum Royal bis zur Kreuzung mit der Grand-Rue. Danach war vorgesehen, die bestehenden Gleise in Richtung Stäreplaz zu benutzen, um von dort geradeaus der Route d’Arlon zu folgen. Die weitere Streckenführung verläuft durch die Rue Federspiel am Eingang zur Maternité vorbei. Vorläufige Endstation wäre der Parkplatz des heutigen Baumarkts Bâtiself, der bis dahin abgerissen sein soll.

DP hat Bedenken zur Erweiterung

Dass das nun verabschiedete Gesetz diese Tramlinie nicht beinhaltet, scheint bei der Déi Gréng-Fraktion nicht gut anzukommen. So hat der Abgeordnete Meris Sehovic (Déi Gréng) eine Motion in der Chamber eingebracht, in der die Regierung dazu aufgefordert wird, die Teilstrecke der Tram zum CHL und durch die Avenue de la Porte Neuve prioritär anzugehen.

Wie während der diesbezüglichen Debatte im Parlament ersichtlich wurde, gibt es jedoch auf der Seite der DP Bedenken zum Verlauf dieser Streckenführung. So war etwa der DP-Fraktionsvorsitzende Gilles Baum gegen die Motion. Gegen den Abschnitt zwischen der Stäreplaz und dem CHL wäre hingegen nichts einzuwenden. Auffallend war ebenfalls, dass Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer (DP) in ihrer Stellungnahme nur vom Abschnitt über die Route d’Arlon sprach und den Teil durch die Neipuertsgaass mit keinem Wort erwähnte.

Gespräche zwischen Ministerium, Stadt und Luxtram laufen

Wie François Bausch nun im Gespräch mit dem LW betont, habe es während seiner Mandatszeit als Minister Widerstand vonseiten der Bürgermeisterin gegeben, wenn es um den Ausbau der Tram in Richtung Rue de la Porte Neuve gegangen sei. Damit eng verbunden ist auch die Ausführung der Linie zum CHL. Für Bausch ist es unerlässlich, dass eine zweite Trasse zwischen dem Theater und der Stäreplaz entstehen müsse. Ohne diesen Abschnitt würde eine direkte Verbindung zwischen CHL und Kirchberg unmöglich werden.

Für François Bausch steht fest, dass eine andere Streckenführung mehr Umsteigen bedeuten würde, worunter auch die Qualität sowie der Komfort leiden würden. Des Weiteren würde es im Umkehrschluss ebenfalls bedeuten, dass die soeben beschlossene zweite Linie nach Kirchberg auf der gleichen Strecke fahren müsste wie die derzeitige. Der zusätzliche Nutzen dieser Linie sei folglich gering. Gleichzeitig würde die bestehende Linie überlastet.

Mit der nun erfolgten Aussage der DP-Fraktion auf dem Krautmarkt bleibt es spannend, wie die neue Mobilitätsministerin Yuriko Backes mit dem Widerstand aus ihren eigenen Reihen umgehen wird. Auf Nachfrage beim Mobilitätsministerium heißt es, dass Anfang Februar ein erstes Treffen mit dem Ministerium, der Stadt Luxemburg und Luxtram stattgefunden habe, bei dem über „alle möglichen Erweiterungen des Netzes gesprochen wurde“. Dies sei ein konstruktiver Austausch gewesen, der nach den Karnevalsferien fortgesetzt werden soll. „Ziel ist es, dass Luxtram zeitnah an den jeweiligen Erweiterungen weiterarbeiten kann und der Verwaltungsrat die diesbezüglichen Studien aufnehmen oder abschließen kann“, heißt es weiter.

www.wort.lu, 16.02.2024

 

 

Verlängerung der Tramlinien

Chamber gibt grünes Licht für Ausbau der Tram

 

Sowohl in Kirchberg als auch im Bahnhofsviertel wird die Straßenbahnlinie in den kommenden Jahren erweitert. Die ersten Arbeiten starten schon 2025.

 

Nadine Schartz, Redakteurin

01.02.2024

 

Dem Tramausbau steht nun nichts mehr im Weg. Am Donnerstag gab die Abgeordnetenkammer grünes Licht für den Gesetzentwurf zum Bau der Erweiterungen der Tramlinie zwischen den Haltestellen Rout Bréck-Pafendall und Laangfur in Kirchberg sowie zwischen den Haltestellen Gare Centrale und Hollerich.

Wie es in einer Pressemitteilung des Mobilitätsministeriums heißt, stelle dieses Gesetz auf mehreren Ebenen einen entscheidenden Schritt dar. Vor dem Hintergrund, dass einige Branchen des Bausektors eine Krisenzeit durchlaufen würden, sei es als öffentlicher Bauherr wichtig, unumgängliche und bedeutende Projekte wie die Erweiterung des Straßenbahnnetzes weiterzuführen.

Demnach ist vorgesehen, parallel zur Entwicklung des Kirchberg-Plateaus und der Porte de Hollerich, zwei Tramverlängerungen zu bauen. Die Erweiterung vom Hauptbahnhof in den Stadtteil Hollerich wird in zwei Etappen gebaut. Die erste Etappe, deren Inbetriebnahme für 2028 geplant ist, endet nach der Station Hauptbahnhof in die bestehende Linie. Gleichzeitig sollen dabei der künftige Stadtteil Nei Hollerich sowie dessen Umsteigepunkt Hollerich angebunden werden.

Mit der Tram vom Bahnhof zum Park&Ride Bouillon

Diese Trasse wird aus zwei Gleisen mit einer Länge von 1,1 Kilometern bestehen. Allein diese Erweiterung wird 29 Millionen Euro kosten. In einer späteren Etappe wird dieser neue Abschnitt durch den geplanten Stadtteil Porte de Hollerich bis zum Park&Ride Bouillon verlängert.

Auch in Kirchberg wird die Tramstrecke in Richtung Stadtteil Laangfur ausgebaut, dies ebenfalls in zwei Etappen. Die erste Bauphase mit einer zweigleisigen Strecke erstreckt sich über 2,3 Kilometer und umfasst drei neue Stationen. Diese Strecke zweigt in der Nähe der Station Rout Bréck-Pafendall von der bestehenden Linie ab, um das künftige Stadtviertel Laangfur anzufahren.

Baubeginn soll bereits im kommenden Jahr sein, die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. Die damit verbundenen Kosten werden auf 106 Millionen Euro geschätzt.

135 Millionen Euro für den Ausbau

In der zweiten Etappe wird die Straßenbahn das künftige Viertel Kuebebierg anbinden, bevor sie über den Boulevard Pierre Frieden den Verkehrsknotenpunkt Luxexpo erreicht.

Die Gesamtfinanzierung für den Bau der beiden Abschnitte beläuft sich auf 135 Millionen Euro, wovon 90 Millionen Euro vom Staat getragen werden, während die Stadt Luxemburg den verbleibenden Teil der Kosten in Höhe von 45 Millionen Euro übernimmt.

Die Tram-Erweiterungen im Überblick:

(www.wort.lu)

 

Anmerkung : Wie man sieht, sind die Grünen in der Zwischenzeit überflüssig geworden. Die Tram wird auch ohne sie ausgebaut.

 

Ob die Trassenführung der Ausbaustrecken gut durchdacht ist, muss sich allerdings noch zeigen. Die Planung stammt noch größenteils vom grünen Minister.

 

Claude Oswald

 

 

Mit der Tram Richtung Stadion und Flughafen

Die Erweiterung nach Cloche d‘Or soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Ende des Jahres können die Passagiere bis zum Findel mitfahren.

Beim Stade de Luxembourg sind die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen. Foto: Christophe Olinger

 

Frank Weyrich, David Thinnes

Mit der Tram zum Stade de Luxembourg und zum Flughafen: Das soll noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden. Doch wer derzeit die beiden Baustellen besichtigt, sieht, dass noch viel zu tun ist.

Zuerst soll der Abschnitt von der jetzigen Endhaltestelle Lycée Bouneweg bis zum Fußball- und Rugbystadion fertiggestellt werden. Auf LW-Nachfrage sprechen die Luxtram-Verantwortlichen von einer Inbetriebnahme Mitte dieses Jahres. „80 Prozent der Schienen im Abschnitt D sind bereits verlegt“, heißt es aus der Pressestelle. Der Abschnitt D ist 3,7 Kilometer lang.

In der Rue des Scillas bestand lange Zeit Unklarheit über die Besitzverhältnisse eines Grundstücks. Erst vor wenigen Wochen konnte die Situation geklärt werden. Wer momentan durch diese Straße fährt, hat nicht unbedingt den Eindruck, dass hier in einem halben Jahr die Straßenbahn fahren wird. Die Gleise liegen derzeit nur auf dem besagten umstrittenen Grundstück.

Anders sieht es in Richtung Cloche d‘Or aus. Die Tram fährt von Howald kommend über die neue Ypsilon-Brücke durch die Rue Albert Einstein und biegt dann links in den Boulevard de Kockelscheuer ein.

Hier wurden bereits im November 2022 die ersten Schienen verlegt. Die Begrünung rund um die Gleise ist hier schon weit fortgeschritten. Diverse Bäume sind bereits gepflanzt, einige liegen neben den Gleisen und warten darauf, gepflanzt zu werden. Auch die Haltestellen sind nahezu fertig.

Fünf neue Haltestellen

In diesem Bereich sieht die Strecke schon fast betriebsbereit aus. Weiter geht es in Richtung Wasserturm, wo sich eine der fünf Haltestellen des neuen Abschnitts befindet: Scillas, Howald Gare, Lycée Vauban, Wasserturm und Stadion. Hier sind auch die Oberleitungen zu sehen, mit denen die Straßenbahn in diesem Bereich fährt.

Bereits auf dem Abschnitt zwischen Gare Centrale und Bonneweg fährt die Tram mit Oberleitung, ebenso von der Luxexpo bis zur Rout Bréck. Von dort geht es ohne Oberleitung weiter bis zum Hauptbahnhof.

Die neue Endstation wird dann der Halt beim Stade de Luxembourg. Dort steht der P&R mit Platz für fast 2.000 Autos zur Verfügung. Langfristig ist das Stadion auch nur eine weitere Haltestelle. Denn 2032 soll die Tram bis nach Metzeschmelz in Esch/Alzette fahren.

Auf 3,9 Kilometern von Kirchberg bis nach Findel

Auf der anderen Seite der Hauptstadt ist für dieses Jahr ebenfalls eine Verlängerung der Strecke vorgesehen. Der Abschnitt E ist 3,9 Kilometer lang und führt von Kirchberg bis zum Flughafen Findel. Dazwischen ist nur eine Haltestelle vorgesehen, Héienhaff.

Bis Ende dieses Jahres soll die Tram bis zum Findel fahren. Die damit verbundenen Arbeiten schreiten zügig voran. Doch rund um den Héienhaff stehen noch weitere Verkehrsänderungen auf der Tagesordnung.

Im Bereich des Autobahndreiecks Senningerberg ist die Trasse bereits weit fortgeschritten. Für Autofahrer, die von der Autobahn aus Richtung Luxemburg kommen, ist vor allem eine lange Betonwand auf der rechten Seite sichtbar. Dahinter verbirgt sich die Rampe, mit der die Straßenbahn den Höhenunterschied überwinden wird, um die Nationalstraße N1 zu unterqueren.

In einem späteren Bauabschnitt wird die Autobahnausfahrt über diese Rampe geführt. In der Endausbaustufe wird sie über zwei Spuren in Richtung Senningerberg und zwei Spuren in Richtung Flughafen verfügen.

Ein weiterer Meilenstein wurde vor den Weihnachtsferien auf der Baustelle für die nächste Etappe vorbereitet. In der Kurve der jetzigen provisorischen Ausfahrt wurde die Betonschale für die künftige Unterführung vorbereitet und steht nun für den nächsten Bauabschnitt bereit.

Während der Karnevalsferien Mitte Februar soll sie in ihre endgültige Position geschoben werden. Um diese Arbeiten durchführen zu können, wird die bestehende Straße abgetragen und über dem Bauwerk neu aufgebaut.

Ein Teil des Langzeitparkplatzes ist verschwunden

Unmittelbar nach der Unterführung Richtung Findel wird die Tramhaltestelle „Héienhaff“ gebaut. Sie liegt ziemlich genau in der Mitte der Kurve der heutigen Autobahnausfahrt. Im Moment ist davon noch nichts zu sehen und es ist schon erstaunlich, dass dort bis Ende des Jahres eine funktionierende Umsteigeplattform entstehen soll.

Etwas versteckt hinter den Hotels und Bürogebäuden entlang der Rue de Trèves hat der künftige Boulevard Höhenhof indes bereits Form angenommen. Auf der dem Flughafen zugewandten Seite ist die Trasse der Straßenbahn ebenso deutlich zu erkennen wie die Straße selbst. Diese neue Straße wird im Endausbau den Kreisverkehr am Cargocenter mit dem Kreisverkehr vor dem Flughafen verbinden. Derzeit wird hinter dem NH-Hotel die Anbindung des Boulevards an das Flughafengelände fertiggestellt.

Ein Teil des Langzeitparkplatzes F ist diesen Arbeiten bereits zum Opfer gefallen. Die verbleibenden 100 Meter bis zur Endhaltestelle verlaufen über die Decke des vor Jahren gebauten unterirdischen Bahnhofs. Dieser Abschnitt wird als letzter in Angriff genommen. Im Februar soll der Startschuss für den Bau der eigentlichen Tramstrecke mit Gleisbau, Signalanlagen und Stromversorgung fallen.

Dieser Teil der Arbeiten beginnt beim neuen Tramsschapp in Kirchberg und führt dann in Richtung Senningerberg bis zum Findel. Wenn die Tram tatsächlich ab Ende des Jahres bis zum Flughafen fahren soll, müssen sich die Bautrupps sputen.

(wort.lu, 2. Januar 2023)

 

 

Leitartikel

Ausweg aus dem Verkehrsinfarkt

Die Tram erobert neues Territorium


Der geplante Korridor für Auto, Tram und Fahrrad neben der Escher Autobahn ist gut durchdacht. Der Knackpunkt ist der ambitionierte Zeitplan.

Volker Bingenheimer, Redakteur

15.09.2023

 

Nun kommt er also doch, der „Tram régional“, um ein Schlagwort aus der politischen Diskussion der 1990er-Jahre zu benutzen. Mit hohem Fahrtempo und auf einer schnurgeraden Strecke neben der Escher Autobahn soll die schnelle Tram von 2032 an zwischen Cloche d'Or und den nördlichen Stadtteilen von Esch/Alzette dem nervenaufreibenden Stau etwas entgegensetzen. Das Konzept eines Korridors für Auto, Tram und Fahrrad könnte ein Befreiungsschlag für den Luxemburger Süden mit seinen chronisch verstopften Verkehrsarterien werden. Die Frage ist nur, ob der ambitionierte Zeitplan zu halten ist.

Der Radschnellweg ist überfällig

Dabei fällt ins Auge, wie wenig Zeit von der Idee bis zur ins Detail durchdachten Planung der Express-Tram nach Esch/Alzette vergangen ist. Zwar geistern ähnliche Vorstellungen seit über 30 Jahren durch die öffentliche Debatte, doch erst 2018 kam Mobilitätsminister François Bausch mit der Idee heraus, die eigentlich hauptstädtische Straßenbahn bis in den Süden fahren zu lassen. Der Korridor soll überdies mehr werden, als nur zwei Gleise neben der Autobahntrasse. An vielen Punkten können Fahrgäste vom Bus in die Tram umsteigen. Zudem ist der geplante Radschnellweg dringend nötig, auch wenn ihn vielleicht nicht die vom Ministerium prognostizierten 40.000 Radler am Tag nutzen werden. Schon jetzt könnten viele Berufspendler die 15 Kilometer durch flaches Gelände von Esch in die Hauptstadt spielend auf zwei Rädern meistern, wenn denn die Infrastruktur vorhanden wäre.

Die Erweiterung des Streckennetzes wird auch den Nutzwert der Tram erhöhen. War sie früher ein Zankapfel, stehen heute alle Parteien hinter dem Verkehrsmittel, das sich dank des hohen Fahrgastaufkommens und geringer Unfallzahlen zum Erfolgsmodell entwickelt hat. Weil dies so ist, wollen immer mehr Gemeinden der Peripherie durch eine Tramlinie an die Hauptstadt angebunden werden. In der Diskussion sind Erweiterungen nach Mamer, nach Contern oder gar bis nach Junglinster – obwohl alle drei Ideen nur geringe Chancen auf Realisierung haben dürften.

 

Einigkeit herrscht dagegen über die geplanten Erweiterungen nach Esch und Beles sowie die drei zusätzlichen Trassen in der Hauptstadt nach Hollerich, entlang der Route d'Arlon und eine zweite Linie durch Kirchberg. Bei diesen und bei dem diese Woche vorgestellten multimodalen Korridor in den Süden ist das Ausbautempo der große Knackpunkt. Ob die Tram wirklich in neun Jahren bis nach Esch vordringt, ist alles andere als sicher. Selbst dem Ministerium scheinen leise Zweifel zu kommen, ob der Zeitplan zu halten ist. Im nationalen Mobilitätsplan steht nämlich, dass dafür pro Jahr etwa drei Kilometer Tramstrecke gebaut werden müssten – ein hoch gestecktes Ziel, denn derzeit sind es 1,5 bis zwei Kilometer.

 

(www.wort.lu)

 

Anmerkung : Ob die Tram in neun Jahren bis nach Esch vordringt, hängt wohl auch vom politischen Willen ab. Dieser war in der Vergangenheit nicht immer, und nicht bei jeder Partei vorhanden. Als Vorstandsmitglied der Tram asbl kann ich ein Lied davon singen.

 

Andererseits vermisse ich in der aktuellen Situation jene Stimmen, die sich kritisch aber konstruktiv mit den Plänen des grünen Ministers auseinandersetzen. Ich habe zum Beispiel nicht unbedingt den Eindruck, dass die Tramtrasse entlang der Escher Autobahn gut durchdacht ist. Die Leudelinger Aktivitätszone wird nur am Rande gestreift, und die Fahrgäste müssen anscheinend durch einen finsteren Tunnel unter der Autobahn hindurch gehen, um von der Tramhaltestelle in das Gewerbegebiet zu gelangen.   

 

Claude Oswald

 

 

In 14 Minuten von der Metzeschmelz zum Stade de Luxembourg

Leudelingen wird von 2028 an die schnelle Tram angebunden, Foetz 2030, Metzeschmelz 2032 und 2035 ist die Gesamtstrecke bis nach Beles fertig.

 

Mike Stebens, Redakteur

2032 soll die schnelle Tram nach Metzeschmelz in Esch/Alzette fahren. 2035 folgt Belval. Die Endstation der Tram ist das Sassenheimer Rathaus in Beles. Die Tram hält in Leudelingen, Foetz, Metzeschmelz, im Norden von Esch sowie in Belval und Beles. Für Leudelingen ist die Inbetriebnahme im Jahr 2028 vorgesehen, für Foetz 2030, für Metzeschmelz 2032 und für Beles im Jahr 2035. Dies teilt Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) bei einer Pressekonferenz mit, zu der auch die sechs Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Esch, Sassenheim, Schifflingen, Monnerich, Leudelingen und aus der Hauptstadt eingeladen waren.

Zwischen Cloche d'Or und Beles sind zwölf bis 15 Haltestellen vorgesehen. Die genaue Zahl kann André von der Marck, der Direktor von Luxtram, auf Nachfrage noch nicht nennen. Etwa die Hälfte davon wird wohl auf Escher Gemeindegebiet liegen.

 

 

Bis zu 100 Stundenkilometer

Die Fahrt von der Cloche d’Or bis zur Escher Grenze soll nur 14 Minuten dauern. Das hat zwei Gründe. Erstens sind zwischen Leudelingen und Foetz keine Stops geplant. „Eine Haltestelle kostet viel Fahrzeit“, erklärt Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng).

 

Wie Bäume entlang der A1 Vögel vor dem Tod schützen sollen
Zwischen Autobahn und Tram wird ein Schutzschirm aus Bäumen gepflanzt. Sie sollen verhindern, dass Vögel und Fledermäuse zu tief fliegen.

Amélie Schroeder, Redakteurin

Es ist ein alltägliches Bild: Am Straßenrand sind regelmäßig tote Tiere zu sehen, Vögel, großes und kleineres Wild. Verkehrsopfer, über die kaum jemand spricht. Beim Ausbau der Tram in Richtung Flughafen Findel werden nun neue Wege eingeschlagen, um insbesondere Vogelvieh und Fledermäuse vor dem Verkehr zu schützen.

Bald werden die ersten Schienen auf dem neuen Streckenabschnitt verlegt. Bis Sommer 2024 wird die Tram voraussichtlich die ganze Strecke bis zum Flughafen zurücklegen können. Letzten Endes aber birgt der Neubau und auch die Tram selbst erhebliche Veränderungen für die heimische Flora und Fauna.

Risiko für Tiere verringern

„Im Wesentlichen geht es um Fledermäuse, aber die Schutzbepflanzung funktioniert auch für viele Vogelarten. Raubvögel grundsätzlich nicht, weil die ohnehin höher fliegen“, erläutert Helge Dorstewitz. Der Direktor für neue Straßenbahnlinien bei Luxtram führt aus, dass Waldschneisen, welche durch Autobahnen oder eben auch Tramlinien entstehen, möglichst schmal gehalten werden müssen. Dadurch wird das Risiko verringert, dass Vögel mit Autos, Lastwagen oder eben der Tram kollidieren. Vögel und in Luxemburg geschützte Fledermausarten, deren Flughöhe ohnehin recht gering ist, neigen nämlich dazu, in Waldschneisen tiefer zu fliegen, als sonst.

Beratend mit zur Seite steht Luxtram auch das Umweltministerium sowie natur&ëmwëlt, denn „wir sind zwar Experten für den Betrieb, aber nicht unbedingt für lokale Baumarten“, betont Dorstewitz. Es sollen heimische Baumarten, wie Eiche und Buche gepflanzt werden.

Mit dem Bau der neuen Tramstrecke wird die Gelegenheit genutzt, zeitgemäße Neuerungen vorzunehmen. Auf einer Länge von 700 Metern werden zwischen der Tramlinie und der Autobahn A1 rund 400 Bäume gebaut, um die Breite der Schneise zu minimieren. Der Abstand zwischen den Bäumen wird zusätzlich mit Sträuchern und Büschen verdichtet. Welche genau das sein werden, wird noch mit der Naturschutzverwaltung abgestimmt.

Der Kostenpunkt zwischen 400.000 und 450.000 Euro ist im Finanzierungsgesetz einberechnet. Durch die Schutzbepflanzung werden keine zusätzlichen Kosten anfallen, da auch die Pflege der Grünzone im Betriebsbudget mit drin sind.

Dichter Verkehr als Gefahr für Tiere

„Man lernt immer dazu“, meint Helge Dorstewitz. Die Gewohnheiten der Menschen haben sich stark verändert. „Heute hat jede Familie praktisch zwei Autos, vielleicht sogar mehr“, unterstreicht der Luxtram-Verantwortliche. Der erhöhte Individualverkehr und die steigende Zahl an Pendlern haben einen wesentlichen Einfluss auf die luxemburgische Flora und Fauna.

Doch nicht nur Vogelschutz wurde beim Bau der neuen Tramlinie bedacht. Auf der anderen Seite des Waldes wird zum Wildschutz eine hölzerne Wand errichtet, die zukünftig begrünt wird. Dadurch kann vermieden werden, dass Tiere im Wald durch Scheinwerferlicht irritiert werden. „Der Tramausbau ist eine perfekte Gelegenheit, solche Schutzmaßnahmen umzusetzen“, so Helge Dorstewitz.

 

(wort.lu, 1. September 2023)

 

 

Bis 2030 soll die schnelle Tram bis nach Esch fahren

Wie wird das luxemburgische Tramnetz in Zukunft aussehen? In den kommenden zwölf Jahren soll es von aktuell neun auf 64 Kilometer wachsen.

Julien Carette

 

Ende 2024 wird die Tram bis zum Flughafen fahren. Das ist ein neuer Abschnitt von 3,9 km, dessen Kosten auf knapp 100 Millionen Euro geschätzt werden. Einige Monate zuvor wird bereits der Abschnitt zwischen Bonneweg und der Cloche d'Or in Betrieb genommen. Beide Erweiterungen werden die Anzahl der Linienkilometer des Tramnetzes von neun auf 16 erhöhen.  

Ein großer Fortschritt, aber immer noch weit entfernt von den 64 Kilometern, die laut dem im April 2022 vorgestellten Nationalen Mobilitätsplan (PNM 2035) das angekündigte Ziel für 2035 sind. Wenn es nach dem Ministerium geht, sollen in den kommenden fünf bis sechs Jahren aber deutliche Fortschritte gemacht werden.

Doppelter Entwurf für ein Finanzierungsgesetz liegt vor

So wurden bereits zwei Finanzierungsgesetze eingebracht. Nachdem diese bereits die Zustimmung des Staatsrats erhalten haben, müssen sie nur noch vom Parlament verabschiedet werden. Dies wird jedoch erst nach den Wahlen im Oktober geschehen können.

Besteht die Gefahr, dass eine neue Mehrheit den Entwurf ablehnen könnte? „Ehrlich gesagt, glauben wir das nicht. Denn die vier großen Parteien des Landes (CSV, DP, LSAP und Déi Gréng, Anm. d. Red.) haben das Tramprojekt in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer unterstützt. Und die Tram hat ihren Nutzen eindeutig bewiesen“, heißt es aus dem Mobilitätsministerium.

Neue Linien in der Hauptstadt

Die Arbeiten an beiden Abschnitten sollen voraussichtlich 2026 beginnen. 2028 sollen sie fertig sein. Der erste Abschnitt wird durch das zukünftige Viertel Nei Hollerich verlaufen, wo die Brachflächen der Gebäude von Paul Wurth und Heintz van Landewyck bald zahlreichen neuen Gebäuden weichen werden.

Das zweite Projekt wird „K2A“ („Kirchberg 2“) genannt, weil es die zweite Linie sein wird, die auf dem Kirchberg verkehrt. Sie beginnt an der bestehenden Haltestelle Rout Bréck und wird entlang des Boulevards Konrad Adenauer bis zur Luxexpo führen.

Darüber hinaus ist eine Verlängerung geplant, die die Tram von der Place de l'Étoile entlang der Route d'Arlon bis zum CHL führen wird. Diese Linie befindet sich derzeit im Stadium des detaillierten Vorentwurfs. „Wir stehen kurz davor, ein neues Finanzierungsgesetz einreichen zu können. Technisch gesehen sind wir bereit. Aber wir warten ab, ob das Projekt eine Priorität der nächsten Regierung und des neuen Schöffenrats der Stadt Luxemburg sein wird“, heißt es aus dem Mobilitätsministerium. Zunächst müssten im Viertel weitere Grundstücke erworben werden, bevor man an den ersten Spatenstich denken kann.

In sieben Jahren ins neue Viertel Metzeschmelz

Vielleicht könnte die schnelle Tram daher eher fertiggestellt werden. Sie soll die Cloche d'Or mit dem neuen Viertel Metzeschmelz zwischen Esch und Schifflingen verbinden und diese Strecke in 13 bis 14 Minuten zurücklegen. Später soll sie bis nach Belvaux führen.

Eine Pressekonferenz zu der geplanten Schnelltram-Linie ist für den 13. September anberaumt, dann sollen weitere Details zum Zeitplan erläutert werden.

Nachdem das Mobilitätsministerium fast 18 Monate lang an dem Dossier gearbeitet hatte, wurde eine geeignete Lösung gefunden. Diese wird es nach Informationen von „Virgule“ ermöglichen, dass die Tramlinie bereits 2030 in Betrieb genommen werden kann. Die Straßenbahnlinie wird zwischen Luxemburg und Esch durch einen multimodaler Korridor entlang der A4 führen. Der Standstreifen der Autobahn soll zu Spitzenzeiten in eine Fahrspur für Fahrgemeinschaften und Busse umgewandelt werden, daneben wird ein Expressweg für Radfahrer entstehen.

P+R-Anlage Bouillon soll verlegt werden

Darüber hinaus ist immer noch geplant, die P+R-Anlage Bouillon zu verlegen, um sie weiter außerhalb der Stadt in Richtung Esch (zwischen dem Kreisverkehr Merl und dem Autobahnkreuz Zessingen) neu zu bauen. Am jetzigen Standort des Parkhauses soll indes ein neues Stadtviertel entstehen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei „Virgule“. Übersetzung ins Deutsche: Glenn Schwaller.

(wort.lu, 9. August 2023)

Anmerkung : Es wundert mich, dass keine Kritik von Seiten der Gemeinden Leudelingen und Esch kommt. Die Trasse der geplanten Schnelltram weist nämlich meines Erachtens ein paar Schwachpunkte auf.

In Leudelingen führt die Trasse südlich an der Aktivitätszone "Am Bann" sowie am Dorf vorbei, anstatt mittendurch zu führen. Auf diese Weise wird die Attraktivität der Tram geschmälert.

In Esch führt die Trasse nördlich am Zentrum vorbei, so dass sie für Kunden die ins Zentrum wollen, wenig attraktiv ass.

Es wundert mich außerdem, dass es am politischen Willen fehlt, die Grenzgemeinden Audun-le-Tiche und Villerupt an die Schnelltram anzubinden. Stattdessen plant der grüne Minister die Stilllegung der Bahnstrecke von Audun nach Esch.

Claude Oswald

  

Tramstrecke nach Kockelscheuer

Deshalb sind die Arbeiten in der Rue des Scillas für den Tramausbau entscheidend

Der Ausbau der ersten Tramlinie schreitet weiter voran. In weniger als einem Jahr soll die Straßenbahn bis zum Stade de Luxembourg fahren.

Frank Weyrich, freier Journalist

In weniger als einem Jahr soll die Tram bis zum Stade de Luxembourg fahren. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2024 geplant. Dann fehlt nur noch die Strecke von der Luxexpo bis zum Findel, bevor die erste Tramlinie komplett ist. Die Verlängerung von der heutigen Endhaltestelle Lycée Bouneweg bis zum Stadion beträgt 3,7 Kilometer.

Derzeit liegen die Gleise nach der provisorischen Endhaltestelle erst auf knapp 100 Metern. Sie zeigen aber deutlich, wohin die Reise gehen wird. Über die Rue d’Orchimond führt die Trasse in den Rangwee, wo sie auf das Gemeindegebiet von Hesperingen stößt. Vor den Häusern weist nur ein breiter Graben auf die künftige Straßenbahntrasse hin. Ab der Einmündung der Eisenbahnunterführung, die vom Rond-Point Gluck kommt, zeigt sich ein ganz anderes Bild.

Hier beginnt die Rue des Scillas und damit zweifellos der zeitkritische Abschnitt für die gesamte Strecke. Bis zur Rue des Bruyères laufen derzeit die Tiefbauarbeiten, um sowohl die Umleitung des Drosbachs fertigzustellen als auch die unterirdischen Rohre und Leitungen zu verlegen. Auf diesen rund 600 Metern ist noch einiges zu tun, damit der Zeitplan eingehalten werden kann.

Die Haltestelle „Scillas“ bei den Tennisplätzen ist nur zu erahnen, da die Begrenzungsmauer dort eine Ausbuchtung aufweist. Die Haltestelle „Howald Gare“ ist schon weiter fortgeschritten. Sie befindet sich oben auf der Brücke über der Bahnlinie. An dieser Stelle muss sich die Tram zunächst mit einem eingleisigen Abschnitt begnügen, da die notwendigen Grundstücke nicht geklärt sind. Im weiteren Verlauf wird die Autobahn überquert, bevor sie in den Ban de Gasperich einfährt.

In der Rue des Scillas gibt es noch viel zu tun. Foto: Frank Weyrich

Cloche d’Or-Strecke fast fertig

Im Gegensatz zur Rue des Scillas sind die Arbeiten auf den restlichen zwei Kilometern bis zum Stadion schon weit fortgeschritten. Die Gleise sind alle verlegt und die Strommasten stehen. Auf weiten Strecken ist der Boden zwischen den Gleisen aufgeschüttet, damit die Begrünung erfolgen kann. An den Haltestellen fehlen nur noch die Wartehäuschen und auch die Lichtsignale funktionieren bereits. Die erste Haltestelle nach der Überquerung der Autobahn heißt „Lycée Vauban“. Wie der Name schon sagt, befindet sie sich direkt vor dem Eingang der französischen Schule.

Gleich danach biegt die Tram nach Süden in den Boulevard Kockelscheuer ein und steuert auf ihre Endstation zu. Etwas seltsam mutet die nächste Haltestelle an, die „Waassertuerm“ heißt. Schließlich ist eine Tram das städtische Verkehrsmittel schlechthin.

So ist es verwunderlich, dass an dieser Stelle eine Haltestelle zwischen zwei Maisfeldern liegt und man sich in ländlicher Umgebung wähnt. Diese Haltestelle weist noch eine weitere Besonderheit auf. Im Gegensatz zu allen anderen Haltestellen entlang der Strecke befinden sich die Bahnsteige hier nicht an der gleichen Stelle. In Richtung Howald befinden sie sich nördlich der Kreuzung mit der Rue Isaac Newton, in Richtung Stadion südlich der Kreuzung.

Endstation Stadion am Parkhaus

Unmittelbar danach steigt die Strecke an, um die Autobahn zu überqueren, bevor sie in einer langgezogenen Kurve zur Endstation „Stadion“ führt. Wobei Stadion nicht ganz wörtlich zu nehmen ist, denn die eigentliche Haltestelle befindet sich direkt vor dem Parkhaus des P+R Kockelscheier und dessen Umsteigeplattform. Die Inbetriebnahme des Parkhauses ist noch für diesen Oktober geplant. Dann müssen die Nutzer nicht mehr auf das angrenzende Provisorium unter freiem Himmel ausweichen. Insgesamt stehen 2.000 Stellplätze zur Verfügung, die auch von Fußballbesuchern genutzt werden können.

Auf dem Gelände des provisorischen Parkplatzes soll später eine zweite Tramsschapp für die zusätzlichen Züge entstehen, die bei der Inbetriebnahme weiterer Linien benötigt werden. In der Verlängerung der Endhaltestelle der heutigen Tramlinie sind auf knapp 100 Metern bereits die Gleise verlegt. Sie zeigen an, wo in gut zehn Jahren die Schnellbahnlinie nach Esch/Alzette verlaufen wird. Noch steht allerdings ein Strommast einer Hochspannungsleitung im Weg, der bis dahin wohl versetzt werden muss.

(www.wort.lu, 7. August 2023)

 

Mit der Tram zum Flughafen

So geht es mit der Tramstrecke in Richtung Findel weiter


Im Herbst 2024 soll die Tram Passagiere mit Kind und Kegel zum Flughafen bringen. Doch auch Richtung Hauptstadt soll die neue Strecke den Verkehr entlasten.

 

Die geschwungene Brücke wurde bereits in Position gebracht. Im September 2024 sollen die ersten Testfahrten beginnen. Foto: Christophe Olinger

Amélie Schroeder, Redakteurin

Es ist ein Bild, das voraussichtlich in rund einem Jahr zur Tagesordnung gehören wird: Eine Tram steht auf Schienen und begibt sich in Richtung Flughafen. Am Freitagmittag gab es dieses Bild vorerst aber nur mit dekorativen Absichten. Denn die Tram wird offiziell erst Ende des kommenden Jahres Passagiere mit oder ohne Gepäck nach Findel bringen. Doch nicht nur Fluggäste werden von dem neuen Verbindungsstück profitieren.

Kostenpunkt für 3,9 Kilometer Tram: 99,1 Millionen Euro

Vor der geparkten Tram steht Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng). „Es ist eine wunderbare Verbindung“, freut er sich. Die Kosten der Bauarbeiten des Tronçon E, dem Teilstück von 3,9 Kilometern zwischen Kirchberg und Findel, belaufen sich zurzeit auf 99,1 Millionen Euro. Im 5- bis 6-Minuten-Takt soll die Tram nach der Fertigstellung zwischen Kirchberg und Findel verkehren und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h.

„Die Straßenbauverwaltung ist momentan eifrig dabei, den Échangeur Senningerbierg auszubauen“, erklärt François Bausch. Erstens natürlich aufgrund der Tramstrecke, aber auch wegen einer neuen Ausfahrt, die den Zugang zu einem neuen Busbahnhof sowie einem Park&Ride gewährleisten soll. Busbahnhof sowie Parkplatz sollen im Idealfall zeitgleich mit den Bauarbeiten der Tramstrecke fertiggestellt sein.

Bedeutung von öffentlichem Transport steigt

Das Projekt „Skypark Business Center“ neben dem Flughafen soll ebenfalls bis Ende 2024 umgesetzt werden. „Die Menschen, die dort arbeiten, sollen gleich von der Tram profitieren können, um zur Arbeit zu gelangen“, unterstreicht François Bausch. Immer mehr Menschen greifen auf das Angebot des öffentlichen Transports zurück. 100.000 Passagiere würden täglich die Tram nutzen.

Auch der Mobilitätsschöffe der Stadt Luxemburg, Patrick Goldschmidt (DP), erläutert die Bedeutung des öffentlichen Transports: „Immer mehr Menschen werden sich bewusst, wie positiv es ist, ungestresst zur Arbeit oder in die Stadt zu gelangen.“ Die Kapazität des öffentlichen Verkehrsnetzes werde zukünftig so ausgeschöpft, dass alle das Angebot auch nutzen und das Auto unter der Woche stehen lassen können.

4.000 Autos können auf dem künftigen Park&Ride abgestellt werden. Idealerweise wird das Angebot der Tram genutzt, um von dort aus in das Zentrum der Hauptstadt oder nach Kirchberg zu gelangen, was den Verkehr entlasten würde.

Ende 2024 sollen die Bauarbeiten um das Skypark Business Center beendet sein. Foto: Christophe Olinger

Brücke als Tor zur Hauptstadt

Bislang führt nur ein Schotterweg bis zur 110 Meter langen, eleganten Konstruktion, einer Kombination aus Stahl und Beton, die sich nahtlos in die Umgebung einfügt. Bauarbeiter sind an diesem Nachmittag dabei, mit Maulschlüsseln Schrauben zu fixieren. Bereits Ende April wurde die Brücke an zwei Wochenenden bei einem sogenannten Ripage in ihre finale Position gebracht. Nun schwebt sie in einer geschwungenen S-Form über der achtspurigen A1.

Zurzeit sei man mit Abdichtungsarbeiten im Gange, erklärt Helge Dorstewitz, Direktor für neue Straßenbahnlinien. In einer nächsten Phase stehe die Verkablung an und im September sollen die ersten Schienen Richtung Findel verlegt werden. Bis Sommer 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sodass ab September kommenden Jahres die Testphase beginnen kann. Im späten Herbst soll die Tram voraussichtlich die ersten Passagiere transportieren.

Aber auch eine Überraschung sei geplant, so der Generaldirektor von Luxtram, André van der Marck. „La nuit va s'éclairer“, verkündet er erfreut. Denn die Brücke, über welche die Tram verkehren wird, soll nicht nur einen praktischen Zweck erfüllen, sondern auch einen ästhetischen. Deswegen spreche man im Fachjargon auch von einem Oeuvrage d'Art. Von einem „meisterhaften Effekt“ spricht André van der Marck, möchte aber dennoch nicht zu viel verraten.

Umzug eines Waldes für die Tram

Damit die Straßenbahn künftig ohne weiteres bis zum Flughafen verkehren kann, wurde auf einer Fläche von 3,2 Hektar Wald abgesägt. Deswegen verläuft die Strecke mitten durchs Grün. Die Bäume wurden jedoch in einer Kompensationsmaßnahme in drei verschiedene Parzellen umgesiedelt. Für den Schutz von Wildtieren verläuft entlang der Tramstrecke ein Holzzaun. Ein sogenannter Baumschirm soll Vögel und Fledermäuse davon abhalten, mit Autos, Lastkraftwagen oder der Tram zu kollidieren.

(www.wort.lu, 21. Juli 2023)

 

 

Bis Ende 2024

Mit der Tram zum Flughafen

Frank WEYRICH

 

Die Großbaustelle zwischen Senningerberg und Findel ist in vollem Gang. In anderthalb Jahren soll die Tram zum Terminal fahren.

Ende 2024 soll die Tram bis zum Flughafen Findel fahren. Bis es so weit ist, bleibt allerdings noch so manches zu tun. An diesem Wochenende wurde bei der Jonction Grünewald ein wichtiger Meilenstein erreicht. Eine Hälfte der Brücke, um die Autobahn am Tramsschapp zu überqueren, wurde in ihre Position gebracht. Derweil sind die Arbeiten zwischen der Autobahnanschlussstelle in Senningerberg und dem Flughafen in vollem Gang.

Seit dem 4. März ist die Autobahnausfahrt von Luxemburg in Richtung Findel für den Verkehr gesperrt. Neben der Autobahn ist gut zu erkennen, wie der Boden ausgehoben wurde, um den Höhenunterschied für die zukünftige Unterführung herzustellen. Die Tram wird nämlich gleich vier Fahrbahnen unterqueren. Die Autobahnausfahrt, die derzeit gesperrt ist, wird im Endstadium des Ausbaus je zwei Fahrspuren in Richtung Senningerberg und in Richtung Findel haben.

Der Bau der Betonhülle, durch die die Tramstrecke verlaufen wird, wird in Kürze in Angriff genommen. Sie wird eine Gesamtlänge von 118 Metern aufweisen. Damit genügend Platz für den bis zu 13 Meter tiefen Graben ist, werden rund 157.000 Kubikmeter Boden abgetragen. Ein Großteil davon wird an anderer Stelle wieder aufgeschüttet. Alex Meyrath, zuständiger Projektleiter bei den Ponts et Chaussées weist auf eine Besonderheit der Baustelle hin: „Wir arbeiten hier teilweise ganz nah am fließenden Verkehr. Deshalb müssen wir ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Diese sind notwendig für die Sicherheit der Baustelle selbst, aber auch für die Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn.“

Zwei Unterführungen statt eines Tunnels

Als nächster Abschnitt steht dann für die Tram die Unterquerung der Nationalstraße N1 auf dem Programm. Die dafür notwendigen Arbeiten werden in Kürze ausgeschrieben. Der springende Punkt dieses Abschnitts ist derzeit für das kommende Frühjahr geplant: Dann wird die N1 an einem Wochenende zwischen Findel und Senningerberg gesperrt und an der Stelle abgetragen. Bis dahin soll neben der Fahrbahn eine Betonhülle fertiggestellt und an ihre neue Stelle unter die N1 geschoben werden. Dieses Bauwerk wird eine Länge von 45 Metern haben. Danach wird die Straße wieder aufgeschüttet, damit der Straßenverkehr erneut rollen kann. 

Wieso es auf einer so kurzen Strecke gleich zwei Unterführungen geben wird, kann Projektleiter Georges Reckinger erklären: „Rein theoretisch hätten wir auch eine einzige, lange Unterführung bauen können. Allerdings wären wir dann in die Kategorie ‚Tunnel‘ gefallen, was einen beträchtlich höheren Aufwand an die Sicherheitsvorkehrungen mit sich gebracht hätte.

Gleich nach der Unterführung wird die Tramhaltestelle „Héienhaff“ errichtet. Diese wird sich ziemlich genau in der Mitte der Kurve der heutigen Autobahnausfahrt befinden. Derzeit ist davon noch nichts zu sehen. Demnach ist es schon erstaunlich, dass dort binnen gut 18 Monaten eine funktionierende Umsteigeplattform entstehen soll. 

Eine Änderung gibt es bei den Plänen zum zukünftigen P&R. Sollte das Parkhaus bisher über der Tramstrecke gebaut werden, so hat sich dessen Lage mittlerweile verschoben: Aus Kostengründen soll es längs der Autobahn gebaut werden. Der Busbahnhof des Pôle d’échange wird teilweise vom Parkhaus überdeckt, ähnlich wie am Rond-Point Serra.

Über den Boulevard Höhenhof zum Findel

Etwas versteckt liegt ein weiteres anspruchsvolles Teilstück. Entlang der Rue de Trèves in Richtung Findel steht das große Bürohaus der italienischen Schokoladenmarke Ferrero. Dahinter ist derzeit bereits klar zu erkennen, wo der geplante Boulevard Höhenhof verlaufen wird. Diese neue Straße wird im Endausbau den Kreisverkehr am Cargocenter mit dem Kreisverkehr vor dem Flughafen verbinden. Dieser Teil der gesamten Baustelle ist am weitesten fortgeschritten. Imposant wirkt dort die zehn Meter hohe Stützmauer, die den Boulevard in Richtung Freeport abschließt. Auf dem Gelände zwischen der Straße und dem Freihandelslager wird in wenigen Monaten eine weitere Großbaustelle beginnen. Dort entsteht nämlich ein Teil des neuen Tanklagers des Flughafens, dessen Arbeiten sich über drei Jahre erstrecken werden. 

Der Boulevard selbst hat eine Gesamtlänge von etwas mehr als einem Kilometer. Vom Cargocenter herkommend verläuft er am Pôle d’échange Héienhaff und dann hinter dem Ferrero-House vorbei in Richtung Findel. Auf der Ostseite werden die Schienen der Tram verlegt. Um dies zu ermöglichen, musste zunächst das dortige Tälchen aufgeschüttet werden. Insgesamt 71.000 Kubikmeter Boden sind dafür vorgesehen. 

Zwischen dem NH-Hotel und dem Sitz einer Investmentfondsgesellschaft geht es dann in die Schlussphase. Quer über den bisherigen Parkplatz F des Flughafens erreicht die Tram ihre Endstation in Findel. Die Haltestelle wird dort sein, wo heute noch die auswärtigen Taxis und Busse parken. Genau darunter befindet sich der unterirdische Bahnhof, der nicht zum Einsatz kommen wird. Die Inbetriebnahme der Tramstrecke bis zum Findel ist noch vor Ende 2024 vorgesehen.

Weitere Baustellen geplant

Doch auch wenn die Arbeiten für die Tram abgeschlossen sind, gehen die Baustellen zwischen Findel und Senningerberg unvermindert weiter. Eine neue zweite Brücke wird die Autobahn überspannen, um die Verbreiterung der N1 auf je zwei Richtungsfahrbahnen zu erlauben. Der Kreisel an der Zufahrt zum Flughafen wird in diesem Zusammenhang als Turbo-Kreisel ausgebaut. 

Des Weiteren steht der Bau des Parkhauses neben der Autobahn an und schließlich wird beim Cargocenter eine neue Ausfahrt aus Richtung Münsbach erbaut sowie eine neue Brücke über die Autobahn, die einen direkten Zugang zum Boulevard Höhenhof erlauben wird.

Die Stützmauer trennt den Boulevard Höhenhof (rechts) von der zukünftigen Fuel Farm. Foto : Frank Weyrich.

Hinter der Stützmauer wird der Boulevard Höhenhof verlaufen. Dahinter bis zur Brücke entsteht das neue Parkhaus. Foto : Frank Weyrich.

https://www.wort.lu/de/lokales/mit-der-tram-zum-flughafen-6450b879de135b9236dd45d8

03.05.2023

 

 

Jonction Grünewald

Die erste Hälfte der Trambrücke überquert die Autobahn

Frank WEYRICH

 

Am Wochenende wurde das erste Teilstück über die Fahrbahn gehievt. Im Herbst sollen die Gleise verlegt werden.

 

Bis Ende des kommenden Jahres soll die Tram bis zum Flughafen in Findel fahren. Damit dies möglich wird, muss die Strecke zunächst das Autobahndreieck Jonction Grünewald überqueren. An diesem Wochenende wurde das erste Teilstück der Brücke über die Fahrbahnen in Richtung Deutschland positioniert. Deshalb war die Autobahn zwischen der Ausfahrt Sandweiler und der Ausfahrt Senningerberg gesperrt.

 

Bereits seit Anfang Herbst waren auf beiden Seiten der Autobahn die Betonstützen für die zukünftige Überführung vorbereitet worden. Diese Brücke, im Fachjargon Ouvrage d'art (OA) 894 genannt, überquert die insgesamt zehn Fahrbahnen der Autobahnen A1 und A7. Sie führt in einem weiten Bogen vom Neien Tramsschapp bis hinüber zur Schneise durch den Grünewald. Die Entfernung zwischen den beiden Aufliegepunkten beträgt etwas mehr als 100 Meter. Die Breite des Bauwerks liegt bei zehn Metern.

In neun Minuten von der Luxexpo zum Findel

Auf dem Trennstreifen zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen wurde eine Mittelstütze errichtet. Gleichzeitig wurden sowohl auf der südlichen Seite der Autobahn als auf der Seite des Tramsschapp die Stahlträgerelemente der zukünftigen Brücke zusammengefügt. Nun wurde das erste geschwungene Teil von der Südseite bis zur Mitte der Autobahn in Stellung gebracht. Am kommenden Wochenende ist dann das zweite Stück an der Reihe, um die Verbindung zu vervollständigen. Dann werden die Autobahnen A7 und A1 wieder für den Verkehr gesperrt, diesmal jedoch in Richtung Irrgarten. Die Planung sieht derzeit vor, dass in diesem Herbst die Arbeiten so weit fortgeschritten sind, dass die Schienen verlegt werden können.

Die Arbeiten sind Teil des sogenannten „Tronçon E“ der Tramlinie. Dieser Abschnitt zwischen dem sogenannten Centre de remisage, also dem Neien Tramsschapp unweit der Luxexpo und dem Flughafen hat eine Länge von insgesamt 3,9 Kilometern und zwei Haltestellen, der Pôle d‘échange Héienhaff und die Endstation am Flughafen. Die Entfernung zwischen der bestehenden Haltestelle Luxexpo und der Haltestelle Héienhaff beträgt 3,3 Kilometer. Weiter bis zum Findel sind es dann noch einmal 855 Meter. Die Fahrt zwischen der Haltestelle Luxexpo und dem Terminus am Flughafen wird knapp neun Minuten dauern. 

 

(www.wort.lu, 01.05.2023)

 



Mobilitéit - Tramsnetz gëtt ausgebaut

Vun der Gare op Hollerech, vun der rouder Bréck an de Quartier "Laangfur"

Sabrina Backes|Update: 10.03.2023 19:40

Eng Extensioun geet emol vun der Stater Gare op Hollerech. Den Tracé huet 1,1 Kilometer an et kommen zwéin Arrêten dohinner.

Honnertdausende Leit kommen all Dag an d’Stad schaffen. Bis 2035 erwaart sech den Transportministère, datt dëse Chiffer weider eropgeet an deementspriechend och den Trafic. Ma och d’Beweegungen ënnerhalb der Stad Lëtzebuerg sollen eropgoen, dëst duerch de Bau vun neie Quartieren. Fir de Plus u Verkéier an Zukunft och an de Grëff ze kréien, soll den ëffentlechen Transport weider ausgebaut ginn. Virun dësem Hannergrond goufen am Regierungsrot nei Extensioune vum Tramsreseau gestëmmt. Dat betrëfft den Tracé Rout Bréck bis Luxexpo iwwer de Boulevard Konrad Adenauer an och d’Streck tëscht der Gare an Hollerech. Engersäits soll d'Schinnennetz vun der Rouder Bréck a Richtung Luxexpo weider ausgebaut ginn, dëst iwwer de Boulevard Konrad Adenauer. D’Europäesch Institutiounen, déi sech an Zukunft weider vergréissere wäerten, hunn dann och een direkten Accès op den Tram. Och déi zukünfteg Wunnquartiere Laangfur a Kuebebierg sollen un den Tramsreseau ugebonne ginn. Den Transportminister François Bausch:

„De Laangfur an de Kuebebierg, dat sinn enorm Entwécklungsgebidder an der Stad. De Kuebebierg huet de Staat iwwer de Fonds Kirchberg, dat ass en neie Quartier, dee wäert entstoen an dann de Laangfur, dat ass gréisstendeels privat awer och net ze iwwerschätzen. Do kënnt och nach ee Lycée uewe bei RTL, dat ass jo een, dee mer deplacéiere vum Lampertsbierg op de Kierchbierg.“

Anerersäits soll och Hollerech un den Tramsreseau ugebonne ginn. Och hei sollen nei Wunnquartiere bäikommen, wéi de Quartier Nei Hollerech.

D’Stater Buergermeeschtesch Lydie Polfer:

„Dat sinn déi fréier Terrainen, déi mer genannt hunn Paul Wurth an Heinz van Landewyck, dat ass awer en zesummenhänkende grousse Projet, wou och do tëscht 5.000 a 6.000 Leit wäerte wunne kommen. Et ass also essentiel, dass mer do och eng Verbindung mam Tram wäerten hunn.“

An engem weidere Schrëtt soll dann och de Quartier Porte de Hollerich, dee gréisstendeels an ëffentlecher Hand wäert sinn, bäikommen. Op deenen zwee genannte Plazen kënnen ëm déi 10.500 Leit wunnen.

D’Aarbechten um Kierchbierg solle vun 2025 bis 2027 goen, déi zu Hollerech vu 2026 bis 2028. Am grousse Ganze wäert de Projet ëm déi 135 Milliounen Euro ouni TVA kaschten.

https://www.rtl.lu/mobiliteit/news/a/2039508.html, 10.03.2023

 

 

Ambitionierte Pläne

Ein Bündel an Baustellen treibt die Tram bis Ende 2024 zum Findel

Noch vor Ende 2024 soll die erste Straßenbahn zum Findel fahren. Damit dies passieren kann, wird derzeit an vielen Stellen gearbeitet.

 

Frank Weyrich

 

Seit dem vergangenen Wochenende ist die bisherige Autobahnausfahrt Senningerberg von Luxemburg herkommend in Richtung Findel für den Verkehr gesperrt. Offiziell wird von Arbeiten „im Rahmen der Umgestaltung des Verteilers“ gesprochen. Diese Umgestaltung ist allerdings nur ein Bruchteil der tatsächlichen Arbeiten, die in den kommenden Jahren rund um die Anschlussstelle Senningerberg über die Bühne gehen werden. Auch wenn die Baustelle an der Ausfahrt 9 am besten zu erkennen ist, so schreiten die Arbeiten auch an weniger sichtbaren Stellen voran.

 

Neben der Autobahn ist gut zu erkennen, wie der Boden ausgehoben wurde, um den Höhenunterschied für die zukünftige Unterführung herzustellen. Die Tram wird hier nämlich gleich vier Fahrbahnen unterqueren.  

Die erste davon wird die zukünftige Autobahnausfahrt sein, die derzeit gesperrt ist. Sie wird im Endstadium des Ausbaus je zwei Fahrspuren in Richtung Senningerberg und Richtung Flughafen haben.

Als Nächstes steht für die Tram dann die Unterquerung der Nationalstraße N1 auf dem Programm. Zu guter Letzt verläuft die Trasse unter einer neuen Straße hindurch, die eine doppelte Funktion erhält. Sie gilt sowohl als Zufahrt zu dem zukünftigen P&R-Parkhaus als auch als Zubringer zur Autobahn in Richtung Deutschland. Gleich danach entsteht die Haltestelle „Héienhaff“, die einen direkten Zugang zum Parkhaus haben wird. Eine Bushaltestelle ist vorgesehen, um den Pôle d’échange zu vervollständigen.

Über den Boulevard Höhenhof zum Findel

Etwas versteckt liegt ein weiteres anspruchsvolles Teilstück. Entlang der Rue de Trèves in Richtung Findel steht das große Bürohaus der italienischen Schokoladenmarke Ferrero. Dahinter ist bereits klar zu erkennen, wo der geplante Boulevard Höhenhof verlaufen wird. Noch muss jedoch Erde aufgefüllt und eine 120 Meter lange Stützmauer gebaut werden, um die Straße gegen das danebenliegende Tal zu sichern. 

Der Boulevard wird parallel zur Rue de Trèves verlaufen und verbindet den Pôle d’échange mit den Parkplätzen am Flughafen. Auf seiner Talseite werden die Schienen der Tram hinter dem Ferrero-House vorbei in Richtung Findel verlegt. Zwischen dem NH-Hotel und dem Sitz einer Investmentfondsgesellschaft geht es dann in die Schlussphase.

Am Flughafen ist der Parking F bereits teilweise umzäunt und deshalb nur begrenzt für Reisende nutzbar. Etwa 150 Stellplätze sind aufgrund der Arbeiten nicht verfügbar. Über diese Fläche wird die Tram den Findel erreichen. Die Haltestelle wird dort sein, wo sich heute noch die Parkplätze für die auswärtigen Taxis und Busse befinden. Die erste planmäßige Tram soll noch vor Ende 2024 hier ankommen.

Ein anderes imposantes Bauwerk im Rahmen des gleichen Projektes ist die Trambrücke bei der Jonction Gréngewald der beiden Autobahnen A7 und A1. Die Konstruktion ist neben den Fahrspuren in den vergangenen Monaten zusammengebaut worden und ist nun bereit für den letzten Schritt. Am Osterwochenende soll sie über die Autobahn gehievt werden.  

www.wort.lu, 09.03.2023